Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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XI.  Kapitel.

Es  ist  schwer,  das  künftige  Wachsen  des  Handels  vorauszusehen,  und  es
ist  daher  unmöglich,  zu  sagen,  wielange  die  Goldexpansion  der  Handelsexpansion ­
  überlegen  bleiben  wird.  Daß  jedoch  der  Handel  für  viele  Jahre
vom  Golde  überholt  wird,  ist  zu  erwarten  aus  dem  Grunde,  weil  keine  unmittelbare ­
  Aussicht  auf  einen  Rückgang  des  prozentualen  Wachstums  der
Goldbestände  noch  auf  eine  Zunahme  des  prozentualen  Wachstums  des
Handels  besteht.  Die  Bergwerksingenieure  berichten  nicht  allein  von  unermeßlichen ­
  ausbeutungsfähigen  Goldlagern  in  entlegenen  Gegenden  (z.  B.
eines  solchen  im  Werte  einer  vollen  Milliarde  Dollar  in  einer  Gegend
Kolumbiens  allein),  sondern  jeder  Ausblick  in  die  Zukunft  deutet  mit  Bestimmtheit ­
  auf  eine  mögliche  und  höchstwahrscheinliche  Verbilligung  der
Goldgewinnung.  Bei  Anwendung  des  Zyanitverfahrens  lohnt  sich  die
Ausbeutung  von  Bergbauen  mit  geringhaltigen  Erzen.  Wenn  wir  die  Phantasie ­
  unserer  Zeit  ein  wenig  vorauseilen  lassen,  können  wir  auch  in  Zukunft
mit  ähnlichen  technischen  Fortschritten  rechnen,  durch  die  noch  geringhaltigere ­
  Erze  bearbeitet  werden  können,  und  möglicherweise  auch  die
See  gezwungen  werden  kann,  ihr  Gold  auszuliefern.  Gleich  der  Oberfläche ­
  der  Kontinente  enthalten  die  Gewässer  der  Ozeane  viel  tausendmal
größere  Mengen  dieses  kostbaren  Metalles,  als  all  das  Gold,  das  in  der
ganzen  Weltgeschichte  bis  jetzt  gewonnen  worden  ist.  Es  ist  zu  hoffen,
daß  die  Kenntnis,  wie  dieser  verborgene  Schatz  zu  heben  ist,  nie  erlangt
werden  wird.  Denn  wenn  Erfinder  und  Goldminenbesitzer  hierdurch  auch
reich  würden,  so  kann  man  sich  doch  kaum  eine  schlimmere  volkswirtschaftliche ­
  Kalamität  ausdenken,  als  die  sich  daraus  ergebende  Entwertung. ­
  Es  könnte  aber  auch  sein,  daß  die  Nationen  der  Welt  nur  durch
eine  solche  Kalamität  zum  Bewußtsein  der  Notwendigkeit  gebracht  werden
könnten,  sich  von  den  Metallwährungen  ganz  und  gar  freizumachen.
§  7-Wir
  haben  nun  die  Geschichte  der  Preisbewegungen  seit  der  Entdeckung
Amerikas  kurz  zusammengefaßt  und  ihre  Beziehung  zu  den  Vorräten  an
Edelmetallen  dargelegt.  Wie  aber  in  vorhergehenden  Kapiteln  hervorgehoben ­
  worden  ist,  umfassen  die  Edelmetalle  nicht  alle  Formen  der  Umlaufsmittel.
  Papiergeld  und  Bankdepositen  haben  während  des  neunzehnten
Jahrhunderts  einen  großen  Raum  in  den  Währungssystemen  eingenommen.
Es  ist  nicht  unsere  Absicht,  auf  eine  vollständige  Untersuchung  der
Wirkungen  des  Papiergeldes  auf  die  Preise  einzugehen.  Das  einzige,  was
wir  tun  können,  ist  eine  kurze  Darlegung  besonders  schlagender  Fälle
            
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