Full text : Die Kaufkraft des Geldes

bestellenden  Mangel  an  Material  in  Berücksichtigung  ziehen,  so  ergibt  sich
hier  eine  ungefähre  Übereinstimmung  zwischen  dem  Volumen  der  Umlaufsmittel ­
  und  dem  Preisniveau.

§  13.
Es  darf  nicht  vergessen  werden,  daß  das  Vertrauen,  mit  dem  wir  es  zu
tun  haben,  nicht  vornehmlich  in  einem  Vertrauen  zur  Einlösung,  sondern
in  einem  Vertrauen  zum  Papiergelde  besteht,  d.  h.  zur  Kaufkraft  des  letzteren.
Dieses  Vertrauen  kann  auf  der  Erwartung  baldiger  Bareinlösung  oder  auf
anderen  Umständen  beruhen,  besonders  aber  auf  der  Erwartung  weiterer
Ausgaben  oder  Einlösungen.  Den  Wert  der  „Greenbacks“  erkläre  ich  mir
in  kurzem  folgendermaßen:
Das  Einlösungsgesetz  vom  Jahre  1875  kündigte  an,  daß  die  Regierung
der  Vereinigten  Staaten  beabsichtige,  die  „Greenbacks“  am  und  nach  dem
1.  Januar  1879  einzulösen.  Jeder  „Greenback“,  der  auf  diese  Weise  dem
diskontierten  Werte  eines  am  1.  Januar  1879  fälligen  Dollars  gleichkam,
stieg,  je  näher  diese  Zeit  heranrückte,  stetig  dem  Pariwerte  entgegen.  Eine
Anzahl  davon  wurde  aus  der  Zirkulation  gezogen,  um  sie  währenddes  Steigens
festzuhalten.  Einerseits  konnte  der  Wert  eines  „Greenbackdollars“  nicht  viel
geringer  sein  als  dieser  diskontierte  Wert  des  für  das  Jahr  1879  versprochenen
Golddollars,  sonst  würden  die  Spekulanten  die,,Greenbacks“  gänzlich  zurückgezogen ­
  haben.  Unter  der  bestimmten  Voraussetzung,  daß  die  Regierung
das  gegebene  Versprechen  erfüllen  würde,  hätte  sich  dies  auch  verlohnt.
Anderseits  konnte  der  Wert  der  „Greenbacks“  angesichts  des  Überflusses,
der  an  Papiergeld  im  Verkehr  herrschte,  nicht  größer  sein  als  der  besagte
diskontierte  Wert,  weil  die  Spekulanten  in  diesem  Falle  alles  Papiergeld  in
die  Zirkulation  wiedereingeführt  haben  würden,  zumal  die  in  Aussicht
stehende  Steigerung  zu  gering  war,  um  die  Zinsen,  die  durch  die  Nichtanlage
verloren  gingen,  einzubringen.  Auf  diese  Weise  funktionierte  die  Spekulation ­
  als  ein  Regulator  der  Quantität  des  Geldes.

wurde.  Begründeter  ist  wohl  die  Annahme,  daß  es  nur  zum  Teü  eingezogen  wurde.  Ein  großes
Quantum  davon  mag  thesauriert  worden  sein,  um  es  für  den  Export  oder  zur  Einschmelzung ­
  bereit  zu  halten.  Wenn  dies  der  Fall  war,  so  kursierte  es  höchstwahrscheinlich  bis
zu  einem  gewissen  Umfange.  Die  „Schatzbildung“  besteht  in  einem  längeren  Zurückbehalten ­
  des  Geldes  in  ein-  und  denselben  Händen,  womit  jedoch  eine  vollständige  Einstellung ­
  des  Austausches  nicht  verbunden  sein  muß.  Zu  jener  Zeit  bildete  das  Gold  eine
wertvolle  Form  von  Bank-„Reserven“.  Wenn  es  auch  nicht  zur  Bezahlung  von  Sichtforderungen ­
  verwendet  wurde,  so  stellte  es  doch  ein  sehr  liquides  Aktivum  dar,  das  rasch
realisiert  werden  konnte.
            
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