Full text : Die Kaufkraft des Geldes

der  Zins-  hinter  der  Preissteigerung,  das  die  Banken  nötigte,  ihre
Diskontraten  zu  erhöhen  und  damit  einer  weiteren  Ausdehnung  des
Kredites  Einhalt  zu  tun.  Dann  kam  die  Krise  und  die  kurze  nachfolgende ­
  Depression.  Die  nächste,  den  Titel  „Clearings“  tragende  Kolonne, ­
  zeigt  das  Volumen  der  Schecktransaktionen,  d.  h.  die  Zirkulation
der  Depositenumlaufsmittel  an.  Da  ein  ziemlich  konstanter  Bruchteil  der
Schecks  durch  die  verschiedenen  Clearinghäuser  des  Landes  beglichen  wird,
so  kann  der  Abrechnungsverkehr  einigermaßen  als  ein  Kriterium  von  G'U'
betrachtet  werden.  Die  fünfte  Kolonne  wurde  aus  der  vierten  und  von
anderen  Angaben  abgeleitet  und  als  Schätzung  von  G'U'  betrachtet.
Diese  zwei  Kolonnen  weisen  im  Verlaufe  des  Jahres  1906  ein  Steigen  auf,
beginnen  jedoch  mit  dem  Herbste  des  Jahres  1907  (da  sie  sich  auf  das  ganze
Jahr  und  nicht  auf  einen  Zeitpunkt  in  der  Mitte  des  Jahres  beziehen)  die
Wirkungen  des  plötzlichen  Zusammenbruches  des  Kredites  zu  zeigen,  sodaß
ihr  Anwachsen  in  diesem  Jahre  und  mehr  noch  im  darauffolgenden  aufgehalten ­
  wurde.  Wir  sollten  also  ein  Steigen  der  Preise,  das  im  Jahre  1907
seinen  Höhepunkt  erreicht  und  im  Jahre  1908  nachläßt,  erwarten  und  finden
dies  auch  in  der  sechsten  Kolonne.  Kolonne  sieben  zeigt  das  Steigen  während
jedes  einzelnen  Jahres  in  Prozenten  ausgedrückt.  So  ist  die  Indexnummer
oder  P  für  Januar  1904  113,2  und  für  Januar  1905  114,0.  Das  Steigen  beträgt ­
  daher  etwas  weniger  als  1  Prozent.  Das  Minuszeichen  bedeutet  ein
Fallen.  Die  achte  Kolonne  stellt  den  Zinsfuß  dar  und  zeigt,  wie  zu  erwarten
steht,  ein  Steigen,  das  im  Jahre  1907  seinen  Höhepunkt  erreicht.  Der
virtuelle  Zins  —  d.  h.  der  in  Waren  ausgedrückte  Zins  —  war  während  der
demJahre  1907  unmittelbar  vorausgehenden  Jahre  außerordentlich  niedrig,
weil  die  Preise  so  rasch  stiegen.  Dies  ist  in  Kolonne  neun  angegeben,  in  der
der  nominelle  (in  Geld  bemessene)  Zins  mit  dem  Steigen  oder  mit  dem
Fallen  der  Preise  in  Einklang  gebracht  ist,  um  den  Zins  seiner  wirklichen
Kaufkraft  gemäß  bemessen  zu  können.  Als  der  Höhepunkt  des  Entwicklungsganges ­
  im  Jahre  1907  erreicht  wurde  und  ein  Sinken  der  Preise
einsetzte,  finden  wir  ein  plötzliches  Anziehen  des  virtuellen  Zinsfußes.  Kein
Wunder,  daß  borgende  Unternehmer  es  oft  schwer  fanden,  mit  ihren
Mitteln  auszukommen.
Die  Tatsachen  der  zyklischen  Kreditentfaltung  bestätigen  also  vollständig
die  bereits  in  früheren  Kapiteln  gegebene  Analyse  und  zeigen  an,  daß  die
Preise  mit  den  Umlaufsmitteln  und  deren  Geschwindigkeit  steigen  oder  fallen.
Für  diejenigen,  die  bezweifeln,  ob  die  Ausdehnung  der  Depositenumlaufs  -
mittel  die  Preise  erhöht,  oder  ob  das  Steigen  der  Preise  Depositenumlaufsmittel ­
  erzeugt,  soll  hinzugefügt  werden,  daß  sowohl  Tatsachen  als  auch  die
            
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