Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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XIII. Kapitel. 
auf dem solche Voraussagen beruhen, unbedingt eine größere Ausbreitung 
des Wissens nötig. Das Gebiet theoretischer Kenntnisse eines Ge 
schäftsmannes ist ein äußerst beschränktes. Er ist sogar geneigt, solcher 
Kenntnis mit Argwohn oder gar mit Verachtung zu begegnen. Die Folgen 
solcher Beschränktheit sind oft verhängnisvoll, wie dies z. B. der Fall war, 
als der Finanzminister Chase auf Anraten der New Yorker Geschäftsleute 
die „Greenbacks“ ausgab, oder als das übel beratene Gesetz betreffs der 
Schüeßung des „Gold Boom“ erlassen wurde. Auch ist eine so fatale Situ 
ation, wie sie durch den Bürgerkrieg herbeigeführt und durch das be 
schränkte Wissen der Geschäftsleute eine verderbliche Gegenwirkung aus 
geübt wurde, nicht allzu ungewöhnlich. Tagtäglich wird der Geschäftsmann 
durch den Mangel an Verständnis der die Kaufkraft des Geldes regulierenden 
Prinzipien in Verlegenheit gebracht und in dem Verhältnis wie ihm das 
Verständnis dieser Grundsätze mangelt, ist er Irrtümern in der Beurteilung 
der bevorstehenden Lage ausgesetzt. Das seitens der Geschäftsleute gegen 
die Veränderlichkeit des Zinsfußes und besonders gegen dessen Steigen 
gefaßte Vorurteil bildet ein Hindernis der raschen Anpassung dieses Zins 
fußes, das zu einer Verschlimmerung der viel nachteiligeren Veränderlich 
keit im Niveau der Preise und dessen reziproken Wertes, der Kaufkraft 
des Geldes führt. Tatsächlich hat es der Geschäftsmann niemals als einen 
Teil der Vorbereitung zu seinem Berufe betrachtet, sich mit den allgemeinen 
Grundsätzen des Geldwesens und des Zinsfußes vertraut zu machen. Er 
ist der Meinung, sein Wirkungskreis beschränke sich darauf, über ein tech 
nisches Wissen über die Natur der Güter zu verfügen, mit denen er sich zu 
beschäftigen hat. Der mit Zucker handelnde Kaufmann unterrichtet sich 
über Zucker, der Getreidehändler über Getreide, der Grundstücksverkäufer 
in bezug auf Grundstücke. Wohl keinem von ihnen fällt es ein, daß er eine 
Kenntnis der Goldwährung benötigt. Und doch hängt eine der beiden Be 
dingungen eines jeden Geschäftsabschlusses vom Golde ab. Ich bin der 
festen Überzeugung, daß eine vollkommene Kenntnis der Verkehrsgleichung, 
des Verhältnisses des Geldes zu den Depositen, der Kreditzyklen und des 
Zinsfußes den Geschäftsleuten in Zukunft zuteil werden muß und daß 
ein Studium dieser Materie durch Abschwächung der in Krisen und Depres 
sionen zum Ausdruck kommenden Übel ihnen reiche Früchte tragen wird. 
§ 2. 
Doch wenn auch von einer größeren Vorkenntnis der Veränderungen in 
den Preisen viel erwartet werden kann, so ist ein Abschwächen der Preis-
	        
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