Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Das  Problem,  die  Kaufkraft  stabiler  zu  gestalten.  267

Nüchterneren  der  Heimweg  durch  das  Arminarmgehen  stärker  erschwert
werden 1 ).
Die  in  der  Fußnote  aufgeführte  Tabelle  zeigt,  daß  im  siebzehnten  und
neunzehnten  Jahrhunderte  Gold  und  Silber  ungefähr  gleich  unbeständig
waren.  Im  achtzehnten  Jahrhundert  war  Gold  das  beständigere  Metall.
In  der  ersten  Hälfte  des  neunzehnten  Jahrhunderts  hingegen  war  das  Silber
beständiger,  während  vom  Jahre  1851—1890  Gold  beständiger  war.  Seit
dieser  Zeit  ist  das  Silber  beständiger.  Im  großen  Ganzen  besteht  im  Verhalten ­
  der  beiden  Metalle  kein  großer  Unterschied.
Der  Bimetallismus  würde  sich  also,  selbst  wenn  er  aufrecht  erhalten
werden  könnte,  nur  als  ein  unwesentliches  Abhilfsmittel  gegen  Schwankungen ­
  im  Preisniveau  erweisen  und  außerdem  besteht  nach  wie  vor  der  bereits
früher  erwähnte  Einwand,  daß  das  System  zusammenbrechen  kann.  In
dem  betreffenden  Kapitel  ist  gesagt  worden,  daß  die  Möglichkeit  vorhanden
ist,  das  eine  Metall  könne  zuweilen  in  solcher  Reichhaltigkeit  produziert
werden,  daß  es  das  Geldreservoir  vollständig  füllt  und  das  andere  Metall
gänzlich  aus  der  Zirkulation  treibt,  ohne  Rücksicht  darauf,  welches  das
Verhältnis  ist,  zu  dem  beide  Metalle  zu  zirkulieren  haben.  Es  kann  lange
dauern,  ehe  es  zu  einem  solchen  Resultate  kommt,  doch  kann  auf  sein  schließliches
  Eintreten  mit  Sicherheit  gerechnet  werden.
Es  erübrigt,  noch  einen  wichtigeren  Einwand  aufzuführen.  Da  der
Bimetallismus  in  der  Form  wie  er  gewöhnlich  vorgeschlagen  wird,  den  Wert
des  einen  der  beiden  Metalle  bedeutend  überwertet,  so  könnte  seine  Annahme
zunächst  die  große  Wirkung  haben,  daß  die  Preise  sich  nicht  stabil,  sondern

*)  Die  Veränderlichkeit  in  der  Gold-  und  Silberproduktion  ist  von  einem  meiner
Studenten,  Mr.  Morgan  Porter,  berechnet  worden.  Aus  der  Durchschnittsproduktion  für
jede  einzelne  der  genannten  Perioden  berechnete  er  folgende  Variationen  der  Durchschnittsprozentsätze ­
  :

Gold

Silber

1601—1701  5  Perioden,  jede  20  Jahre  umfassend

%
7,8

0/
/O
7,7

1701—1800  5  Perioden,  jede  20  Jahre  umfassend

15,6

27,4

1801—1900  5  Perioden,  jede  20  Jahre  umfassend

69,0

67,0

1801—1850  5  Perioden,  jede  10  Jahre  umfassend

52,4

22,3

1851—1885  7  Perioden,  jede  5  Jahre  umfassend

8,1

40,8

1886—1890  5  Perioden,  jede  1  Jahr  umfassend

5,9

10,5

1891—1895  5  Perioden,  jede  1  Jahr  umfassend

13,8

6,3

1896—1900  5  Perioden,  jede  1  Jahr  umfassend

12,3

3,4

1901—1905  5  Perioden,  jede  1  Jahr  umfassend

10,7

1,9
            
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