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XIII. Kapitel.
genau so in Verlust umwandeln, wie der Gewinn des Importeurs oder des
Exporteurs von Gütern zwischen China und den Vereinigten Staaten durch
eine geringe Veränderung in den Wechselkursen vernichtet werden kann.
Selbst wenn diese Währung Schwankungen unterworfen ist, wird der Ge
schäftsmann in jedem der beiden Fälle vorziehen, auf beiden Seiten des
Rechnungsbuches ein und dieselbe Währung zu haben, als zwei verschiedene
Währungsarten, von denen nur eine Schwankungen ausgesetzt ist. Sein
Gewinn hängt mehr vom Parallelismus zwischen den beiden Seiten seiner
Abrechnung ab, als von der Stabilität der einen oder der anderen Währung.
In Indien, in den Philippinen, in Mexiko, in den Straits Settlements, Siam
und Panama wurde, um den Übeln zu entgehen, die das Vorhandensein
zweier Währungen nach sich zieht, nach langwierigen Debatten und Ver
suchen die jetzige Golddevisenwährung angenommen.
§5.
Die Erwähnung der Golddevisen Währung bringt uns zu einem Vor
schläge, der hier versuchsweise gegeben sein soll, und von dem anzunehmen
ist, daß er eines Tages als ratsam und ausführbar erachtet wird. Dieser
Plan vereinigt die Tabellarwährung mit den Grundsätzen der Golddevisen
währung.
Wir haben die Golddevisenwährung bereits kurz beschrieben und auf
andere ausführlichere Informationsquellen hierüber hingewiesen. Wenn
auch der Sinn der Golddevisenwährung darin besteht, ein System teil
weiser oder völliger Einlösung der einheimischen Münze in Gold darzu
stellen, so ist doch in dem Lande selbst, in dem das System in Kraft ist,
Gold nicht unumgänglich notwendig. So wechselt die Regierung in den
Philippinen die Silberpesos auch nicht in Gold um, wenn das Gold für den
Export nach New York gebraucht wird. Statt dessen unterhält die Re
gierung eine Goldreserve in New York und „löst“ die Filipino Pesos nur
in einer Tratte auf dieses Gold ein. Da die Tratte nach New York gesandt
werden kann, so dient sie zur Einlösung des Goldes für den Export. Im
Verkaufspreis ist eine Wechselprämie inbegriffen, die dem gewöhnlichen
über den „Goldpunkt“ hinaus festgesetzten Zuschlag entspricht, d. h. die
Regierung bringt bei dem Filipino auf das nach New York gehende Gold
das Äquivalent der Fracht, der Versicherung und anderer Auslagen in An
rechnung.
Es liegt auf der Hand, daß das Golddevisensystem nur nominell ein
Einlösungssystem ist. Tatsächlich ist es ein System, das das Silberumlaufs-