Das Problem, die Kaufkraft stabiler zu gestalten.
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den Goldwährungsländern sozusagen an die Rockschöße hängen und dieser
erratischen Währung folgen, wohin diese auch immer führt, obgleich es
durch eben denselben Mechanismus in ihrer Macht steht, ihren Kurs stabil
zu erhalten.
Ich würde indessen keinen Augenblick daran denken, die Anregung zu
geben, diese Länder zu veranlassen, ihr Wechselpari mit den Goldwährungs-
ländern aufzugeben. Obgleich sich zugunsten eines solchen Verfahrens
viel sagen ließe, so würde dies einen großen Schritt nach rückwärts bedeuten
und zwar insofern, als dadurch die erwähnten Ungewißheiten internationalen
Austausches wieder auftauchen würden. Das Erforderliche besteht darin,
die gesamte zivilisierte Welt zu veranlassen, das zu tun, was nun in der
Macht der Golddevisenländer steht, nämlich mit einer Tabellarwährung
gleichen Schritt zu halten. Es liegt eine gewisse Anomalie in der Tatsache,
daß diese Golddevisenwährungsländer über eine Macht verfügen, ihr Preis
niveau zu regulieren, die die Goldwährungsländer selbst nicht besitzen.
Infolge ihres gegenwärtigen Systems sind die letzteren den Zufällen der
Goldproduktion und der Metallurgie preisgegeben, während die ersteren
das Wechselpari mit den Goldwährungsländern nach Belieben innehalten
oder verändern können.
Offenbar könnten aber die Goldwährungsländer genau dasselbe tun, was
die Silberwährungsländer getan haben, d. h. sie könnten das System einer
Golddevisenwährung dadurch einführen, daß sie ihre Münzstätten dem
Golde verschlössen und, falls erforderlich, das Gewicht der Goldmünzen
reduzierten (obwohl dies bei der nun vor sich gehenden Entwertung des
Goldes wohl nicht nötig wäre) und eine Devisenwährung einsetzten, in der
selben Weise wie die Philippinen und die erwähnten anderen Länder nun
mehr ihr Golddevisensystem betreiben.
Um dies klarzumachen, wollen wir zunächst annehmen, ein Land, sagen
wir Österreich, wolle die Goldwährung beibehalten, während England, Deutsch
land, Frankreich, die Vereinigten Staaten und die bedeutendsten anderen
Länder der Welt ihre Münzstätten dem freien Prägen von Gold verschließen.
Diese Länder könnten dann mit Österreich eine Golddevisenwährung mit
einem (variierenden) Wechselpari aufrecht erhalten. Durch eine von
Zeit zu Zeit vorzunehmende entsprechende Änderung des Wechsel
paris könnte die ganze Handelswelt, Österreich ausgenommen, die Kauf
kraft des Geldes stabil erhalten und deren Schwankungen mit dem Golde
verhindern. Das Verhältnis, in dem Indien nun zu England steht, wäre
dann von Indien und von England Österreich gegenüber einzuhalten. Doch
wäre es gar nicht einmal notwendig, daß sich ein Land wie Österreich kom