Anhang zum II. Kapitel.
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bestimmung eines Durchschnittes übereinstimmt, ist klar ersichtlich, da
durch die Einsetzung von x für a, b und c, die Richtigkeit der Gleichung
klar vor Augen liegt, was uns lehrt, daß x der vorgeschlagene neue Durch
schnitt der gleichbedeutenden Glieder x ist.
Ein besonderer Fall der Begriffsbestimmung, welcher hervorgehoben
werden muß, ist der, in welchem zwei oder mehrere Durchschnitte (die nicht
notwendigerweise von derselben Art sein müssen) zueinander in Beziehung
stehen. Wenn wir wissen, daß B ein Mittelwert von 6,, b 2 , b 3 ,... ist, so brau
chen wir, wenn A ein Mittelwert von a x , a 2 , a 3 ,... werden soll, nur eine der
artige Formel zu haben, daß, wenn a 1 = a 2 = a 3 ... und zugleich b 1 = b 2 = b 3
(jede der Größen muß durch Hypothese B gleich sein), auch A jeder der
Größen a 2 , a 2 , a 3 usw. gleich sein muß. Viele ähnliche Beispiele von Mittel
wertpaaren wie A und B sind in Kapitel X gegeben (über die Konstruktion
von Indexziffern). Ein einfaches Beispiel ist das folgende:
Lassen wir nAB = a i b 1 + aJb 2 -f- aj) 3 + • • • und B das arithmetische
Mittel sein = + 62 + &3 + — ( n ist die Zahl der Glieder). Dann ist
n
A eine (neue) Art Mittelwert von a v a 2 , a 3 ; denn durch den Ersatz von
A für Uj, a 2 , a 3 ,... und B für b u b 2 , l 3 in der Gleichung nAB = •
ist die Gleichung befriedigt.
§ 2 (zum II. Kapitel, § 5).
Der Begriff „Umlaufsgeschwindigkeit“.
Die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes ist als das Verhältnis des auf-
gewendeten Geldes zu dem durchschnittlich verfügbaren Gelde, d. h. als die
Umsatzrate, definiert worden. Eine Umsatzrate unterscheidet sich von
der populären Vorstellung von „Geschwindigkeit“. Volkstümlich versteht
man unter Geschwindigkeit, wievielmal Geld durchschnittlich aus der
Hand der einen Person in die einer anderen übergeht, wogegen wir in
Geschwindigkeit die Durchschnittszahl der Münzen erblicken, die durch
eines Mannes Hand gehen, dividiert durch den in seinem Besitze be
findlichen Durchschnittsbetrag. Der Unterschied zwischen diesen beiden
Begriffen ist dem zweier Methoden, die Geschwindigkeit eines Eisenbahn
zuges zu ermitteln, sehr ähnlich. Die eine Methode ist, dem Zuge
eine gewisse Anzahl von Meilen zu folgen und festzustellen, wieviel
Zeit er braucht, um diese Meilen zurückzulegen. Die andere Methode
besteht darin, von einem gewissen Punkte neben dem Geleise aus die Zeit
bisher, Kaufkraft des Geldes. 19