Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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Anhang  zum  XII.  Kapitel.

artige  Berichtigung  würden  unsere  Berechnungen  für  das  Jahr  1896  nur
eine  obere  Grenze  und  für  das  Jahr  1909  eine  untere  Grenze  setzen.
Doch  können  wir  mit  Leichtigkeit  die  entgegengesetzten  Grenzen  festsetzen. ­
  Es  ist  ziemlich  sicher,  daß  die  Gelddepositen  weniger  vom  Durchschnitt ­
  abweichen  als  die  Scheckdepositen,  denn  man  kann  unmöglich  annehmen, ­
  daß  die  täglichen  Gelddepositen  ebensogroßen  Schwankungen
unterworfen  sind,  wie  die  täglichen  Scheckdepositen.  Tatsächlich  übt  die
Periodizität  der  Scheckeingänge  seitens  der  Deponenten  (in  Form  von
Gehalt,  Zinsen  oder  Dividendenschecks)  oder  die  Periodizität  des  den  Deponenten ­
  gewährten  Kredits  (Geschäftsleuten,  die  Monatsrechnungen  ausstellen) ­
  auf  alle  Scheckzahlungen  einen  großen  Einfluß  aus.  Wenn  die  den
Schwankungen  unterworfenen  Geldzahlungen  auch  mehr  oder  weniger
gleichartig  sind,  so  ist  doch  deren  Umfang  aus  zwei  Gründen  ein  viel  geringerer: ­
  Erstens  sind  dieZahlungs-  oder  Kreditzyklen,  welche  auf  die  Schwankungen ­
  der  Gelddepositen  Einfluß  haben,  gewöhnlich  von  kürzerer  Dauer  als
diejenigen,  welche  auf  die  Schwankungen  der  Scheckdepositen  einwirken.
Der  Lohnempfänger  wird  gewöhnlich  wöchentlich  ausbezahlt,  eine  Gehalt
beziehende  Person  empfängt  ihren  Scheck  monatlich,  während  ein  Aktieninhaber ­
  seine  Dividenden  vierteljährlich  erhält.  Zweitens  haben,  im  Gegensatz ­
  zu  Scheckzahlungen,  viele,  wenn  nicht  die  meisten  Geldzahlungen,
keinen  Zahlungs-  oder  Kreditzyklus.  Bei  den  sogenannten  „Kasse“-Zahlungen ­
  ist  keinerlei  Kredit  involviert.  Die  Eingänge  großer  Warenhäuser,  bei
denen  in  bar  bezahlt  wird,  die  kleineren  Eingänge  gewöhnlicher  Kaufläden,
die  Eingänge  an  Eisenbahnen,  Straßenbahnen  und  Dampfschilfbureaus,  die
Eingänge  an  Theaterkassen  und  bei  den  verschiedenen  Institutionen  befinden ­
  sich  fast  ausschließlich  auf  der  Basis  der  Barzahlung.  Aus  derartigen
Etablissements  werden  daher  täglich  und  ziemlich  gleichmäßig  Geldbeträge
deponiert.  Dies  sind  alltägliche  und  von  Bankiers  bestätigte  Vorgänge,  aus
denen  mit  Bestimmtheit  hervorgeht,  daß  die  Gelddepositen  Tag  für  Tag
eine  größere  Gleichmäßigkeit  zeigen  als  die  Scheckdepositen.  Zusammenfassende ­
  Evidenz  über  diesen  Gegenstand  ist  auch  in  Kinleys  Untersuchung
im  Bericht  des  Comptrollers  für  das  Jahr  1896  gegeben  (S.  95).  Wenn  die
Scheck-  und  Gelddepositen  in  vollkommener  Übereinstimmung  schwanken
würden,  so  bliebe  der  Prozentsatz  der  aus  Schecks  bestehenden  Gesamtsumme ­
  konstant.
Wenn  aber,  wie  wir  beweisen  werden,  das  Übermaß  oder  die  Abnormität  der
Scheckdepositen  am  1.  Juli  größer  ist  als  das  Übermaß  oder  die  Abnormität
der  Gelddepositen  des  genannten  Tages,  so  muß  sich  herausstellen,  daß
der  Prozentsatz  der  Seheekdepositen  am  1.  Juli  höher  ist  als  gewöhnlich.
            
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