Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Störung der Gleichung und der Kaufkraft in Perioden des Übergangs. 57 
maligen Hin- und Herschwingens des Geschäftspendels zehn Jahre. Wenn / 
das Pendel auch fortgesetzt in die Ruhelage strebt, so tritt tatsächlich 
immer irgendein Ereignis ein, um vollständiges Gleichgewicht zu verhindern. 
Es werden Schwingungen hervorgerufen, die trotz ihrer Tendenz, sich selbst 
zu korrigieren, infolge erneuter Störung ständig fortdauern. Jede das Gleich 
gewicht störende Ursache genügt, um Schwingungen zu veranlassen. Eine 
der häufigsten dieser Ursachen ist die Zunahme der Quantität des Geldes 1 ) / 
Eine andere besteht in der Erschütterung des Geschäftsvertrauens (die den l 
Unternehmungsgeist, Anleihen und Depositen berührt). Eine dritte ist J 
in schlechten Ernten zu suchen, da diese auf die Q einwirken. Eine vierte v 
Ursache besteht in Erfindungen. 
Die Faktoren in der YerEehrsgleicliung suchen daher fortgesetzt einen nor - 
malen Ausgleich. Auf ruhiger See wird ein Schiff nur einige Male „stampfen“, 
bevor es zu Ruhe kommt, bei hochgehender See aber hört das Stampfen gar 
nicht auf. Während das Schiff fortgesetzt das Gleichgewicht zu erreichen 
sucht, begegnet es andauernd Ursachen, welche die Schwankung verstärken. 
Die Faktoren, die gegenseitigen Ausgleich suchen, sind das in Umlauf befind 
liche Geld, Depositen, die Umlaufsgeschwindigkeiten beider, die Q und die p. 
Diese Größen müssen immer durch die Gleichung GU + G'U' = JEpQ mit 
einander verkettet sein. Dies steht den Mechanismus des Austausches dar 
Um sich aber einem solchen Verhältnis fügen zu können, dehnt die Ver 
schiebung eines beliebigen Teils in diesem Mechanismus ihre Wirkungen 
während der Übergangsperiode über alle anderen Teile aus. Da die Über 
gangsperioden die Regel und diejenigen des Gleichgewichtes die Ausnahme . 
sind, so befindet sich der Mechanismus des Austausches fast immer mehr | 
in einem dynamischen als in einem statischen Zustand. 
Man muß nun nicht annehmen, daß sich jeder Kreditzyklus dadurch 
kennzeichnen müßte, daß er auf künstliche Weise zu einer Zeit übermäßigen 
Geschäftsaufschwung und zu einer anderen „schlechte Zeiten“ herbeiführt. 
Der Rhythmus kann in seiner Schwankungsweite mehr oder weniger extrem 
sein. Wenn die Banken in der Bewilligung von Anleihen während der 
Perioden der Preissteigerung konservativ sind und die Ausdehnung des 
Kreditumlaufs daher beschränkt ist, so ist das Steigen der Preise ebenfalls 
beschränkt, und es ist zu erwarten, daß der nachfolgende Preissturz nicht 
so tief wird und allmählicher stattfindet. Wenn ein besseres Verständnis 
für die Bedeutung der Veränderungen im Preisniveau und das Bestreben 
*) In dieser Ursache scheint die Panik im Jahre 1907 ihre Erklärung zu finden Sieh 
Irving Fisher, Rate of Interest, S. 386.
	        
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