Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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V.  Kapitel.

genaue  benötigte  Summe  bekannt  ist.  Zweitens,  und  dieser  Grund  ergibt  sich
aus  dem  eben  genannten,  muß  das  im  voraus  bereitgehaltene  Geld  eine  längere
Zeit  zurückgehalten  werden  als  das  Geld,  welches  eingenommen  wurde,
nachdem  seine  Verwendung  schon  beschlossen  war.  Kurz,  das  Bereithalten
des  Geldes  im  voraus  erfordert  a)  einen  breiteren  Spielraum  für  unvorhergesehene ­
  Fälle  und  b)  einen  längeren  Zeitraum  vor  seiner  Verausgabung,
während  dessen  das  Geld  unbenützt  bleibt.  Bei  dem  System  der  Barzahlungen ­
  muß  der  Mann  im  voraus  das  Geld  unbenützt  liegen  lassen,  damit
er  nicht  in  die  unangenehme  Lage  kommt,  dann  an  Geld  Mangel  zu
leiden,  wenn  er  es  am  notwendigsten  braucht.  Beim  Buchkredit  weiß
der  Mann,  daß,  selbst  wenn  er  ohne  einen  Pfennig  in  seiner  Tasche  angetroffen
  wird,  er  stets  auf  Kredit  Waren  erhält,  die  er  bezahlen  kann,
sobald  er  in  den  Besitz  von  Geld  gelangt.  Außerdem  braucht  dieses
Geld  nicht  lange  in  seiner  Tasche  zu  liegen.  Sobald  er  es  erhalten  hat,
wird  es  zur  Bezahlung  der  inzwischen  angesammelten  Schulden  verwendet. ­
  Nun  vermindert  die  Verkürzung  der  Wartezeit  offenbar  die
vorgetragene  Durchschnittsbilanz,  selbst  wenn  am  Ende  dieselben  Summen
empfangen  und  verausgabt  werden.  So  muß  ein  Arbeiter,  welcher  $  7
die  Woche  verdient  und  ausgibt,  wenn  er  nicht  „belasten“  lassen  kann,
mit  seinem  Wochenlohn  die  ganze  Woche  ausreichen.  Wenn  er  $  1  täglich
ausgibt,  so  muß  sein  wöchentlicher  Zyklus  an  den  aufeinanderfolgenden
Tagen  wenigstens  $  7,  $  6,  $  5,  $  4,  $  3,  $  2  und  $  1  aufweisen.  An  diesem
Zeitpunkt  kommen  dann  wieder  weitere  $  7  herein.  Dies  ergibt  einen  Durchschnitt ­
  von  mindestens  $  4.  Wenn  er  hingegen  alles  gutschreiben  lassen  und
bis  zum  Zahltage  warten  kann,  um  dann  den  sich  ergebenden  Verbindlichkeiten ­
  nachzukommen,  so  braucht  er,  wenn  er  seine  $  7  erst  auszahlt,  nachdem ­
  sie  in  seinen  Besitz  gelangen,  die  ganze  Woche  hindurch  nichts  zurückzubehalten. ­
  Sein  wöchentlicher  Zyklus  braucht  keine  höheren  Saldi  aufzuweisen ­
  als  $  7,  $  0,  $  0,  $  0,  $  0,  $  0,  $  0,  was  einen  Durchschnitt  von  nur
$  1  ergibt.
Durch  den  Buchkredit  wird  daher  der  Durchschnittsbetrag  des  Geldes
oder  der  Bankdepositen,  den  jedermann  zur  Hand  haben  muß,  um  entstehenden ­
  Ausgaben  gewachsen  zu  sein,  verringert.  Dies  bedeutet  eine
Erhöhung  der  Umsatzrate,  denn  wenn  die  Leute  dieselben  Beträge  wie
zuvor  verbrauchen,  dagegen  aber  kleinere  Beträge  zu  ihrer  Verfügung  halten,
so  muß  der  Quotient,  der  sich  aus  der  Division  des  verausgabten  Betrages
durch  den  in  Händen  befindlichen  ergibt,  eine  Zunahme  zeigen.
Wir  haben  aber  gesehen,  daß  eine  Erhöhung  der  Umsatzrate  zu  einer
Erhöhung  des  Preisniveaus  führt.  Folglich  führt  der  Buchkredit  zu
            
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