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Künstliche Düngemittel.
Phosphorsäure durch Anwendung einer an Ammoniumnitrat reichen Molybdänsäurelösung
aufzuheben, da Ammoniumnitrat die Fällung begünstigt.
Bei Gegenwart von 15 % Ammonnitrat genügt etwa die Hälfte der sonst notwendigen
Molybdänlösung zum Ausfällen, auch fällt der Molyhdünsäureniedorschlag unter den oben
angegebenen Verhältnissen schneller und mit größerer Genauigkeit aus.
2. Das Auswaschen des Molybdänniederschlages mit angesäuerter Ammonnitratlösung
liefert vollkommen genaue Ergebnisse. Nach P. Wagners Versuchen lösen 100 ccm
verdünnte Molybdänlösung ebenso wie 100 ccm Ammoniumnitratlösung weniger als 1 mg
P 2 0 5 aus dem Molybdänniederschlag auf.
3. Bin allmähliches Zufügen der Magnesiamixtur ist unter allen Umständen ge
raten, auch dann, wenn man die ammoniakalische Lösung des Molybdänniederschlages
zuvor durch Salzsäurezusatz annähernd neutralisiert hat.
4. Nach H. Neub auer 1 } können je nach der Abänderung des Molybdänverfahrens beim
Glühen des pyrophosphorsauren Magnesiums Verluste entstehen; es sind dabei folgende
Fälle zu beachten:
a) Der Niederschlag entsteht in neutraler oder ammoniakalischer Lösung, welche
keinen Magnesiumsalz-Überschuß enthält. Die in der Flüssigkeit vorhandenen Ammonsalze
bewirken alsdann, daß der Niederschlag weniger Magnesia enthält, als der normalen
Zusammensetzung entspricht. Dann ist ein Teil der Phosphorsäure bei starker Glut
flüchtig und das Ergebnis fällt zu niedrig aus.
Fig. 24. Apparat zum Ausfuhren des Niederschlages hei Phosphorsäure-Fällungen.
b) Der Niederschlag entsteht bei Magnesiumsalz-Überschuß und während seiner
Abscheiduug ist niemals Ammoniak-Überschuß vorhanden. Die Folge ist, daß der Niederschlag
die normale Zusammensetzung besitzt; das Ergebnis fällt richtig aus.
c) Der Niederschlag entsteht bei Magnesiumsalz-Überschuß und während seiner Ab
scheidung ist stets Ammoniak-Überschuß vorhanden. Die Folge ist, daß der Niederschlag
mehr Magnesiumoxyd enthält, als der normalen Zusammensetzung entspricht: das Ergebnis
fällt zu hoch aus.
(?) Zitratverfahren. Nach den Vereinbarungen des Verbandes landw. Versuchs-
Stationen i. D. ß. wird folgenderweise verfahren:
1. Zu 50 ccm der wässerigen, salz-, Salpeter- oder schwefelsauren Lösung, ent
sprechend 0,1—0,2 g Phosphorsäure, werden direkt 20 ccm Zitronensäurelösung
(Lösung No. 12a) hinzugefügt, mit 10°/ 0 -igem Ammoniak nahezu neutralisiert und
die hierdurch erwärmte Flüssigkeit abgekühlt. Sodann werden tropfenweise 25 ccm
Magnesiamixtur hinzugeftigt, bis zur entstehenden Trübung gerührt, 1 / s des Volumens
10°/ o -iges Ammoniak hinzugefügt, nochmals einige Minuten gerührt und am besten
’) H. Neubauer, Inaugural-Dissertation. Rostock 1893.