Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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Der  nordöstliche  Monsun  weht  über  die  Meeresfläche  hin  und
führt  viel  Wasserdampf  mit  sich.  Stößt  er  dann  in  Nordformosa
in  der  Umgegend  von  Kilung  gegen  die  kalten  Höhen  des  Gebirges,
so  kondensiert  sich  dieser  Wasserdampf,  bildet  Wolken  und  fällt
als  Regen  herab.  Daher  ist  in  dieser  Zeit  das  Wetter  in  Nordformosa ­
  Tag  für  Tag  trübe  und  regnerisch  —  die  Regenzeit  ist
da.  Im  Dandangai-Tale,  von  wo  die  Wasserleitung  der  Stadt  Kilung
ihren  Wasserbedarf  deckt,  erreicht  die  Regenmenge  jährlich  über
5000  mm.  Kein  anderer  Ort  in  Ostasien  weist  eine  gleich  große
Ziffer  auf.  In  der  Stadt  Taihoku  dagegen,  die  von  Kilung  nur  23  km
entfernt  ist,  ist  die  Regenmenge  kaum  noch  halb  so  stark.
Daher  kommt  es  im  Winter  nicht  selten  vor,  daß  man  in  Taihoku
das  schönste  Wetter  hat,  während  es  in  Kilung  stark  regnet.
Je  weiter  man  nach  Süden  geht,  desto  geringer  wird  die  Regenmenge ­
  und  desto  heiterer  das  Wetter.  In  den  Küstengegenden  wird
man  sogar  durch  Dürre  gepeinigt.
Sobald  aber  der  nordöstliche  Monsun  zu  Ende  ist  und  der
südliche  Monsun  seine  von  April  bis  September  dauernde  Herrschaft
antritt,  beginnt  die  Regenzeit  in  Südformosa.  Allerdings  ist  die
Windstärke  des  südlichen  Monsuns  nicht  so  groß  wie  die  des
nordöstlichen;  dafür  suchen  aber  Donner  und  Blitz  den  südlichen
Teil  der  Insel  häufig  heim,  wo  es  zu  dieser  Zeit  meist  regnerisch
und  naß  ist.  Wenn  sich  noch  ein  Taifun  dazu  gesellt,  schwillt  die
Regenmenge  eines  einzigen  Tages  auf  mehrere  hundert  Millimeter
an.  In  einigen  südformosaischen  Orten  am  westlichen  Fuße  jener
hohen,  die  Mitte  der  Insel  durchziehenden  Ketten  überschreiten  die
Niederschlagsmengen  die  Höhe  von  3000  mm.  Nicht  weniger  als
80%  davon  fallen  im  Sommer.  In  Nordformosa  dagegen  ist  genau
zu  derselben  Zeit  das  Wetter  meist  heiter.
Wie  oben  erwähnt,  ist  es  in  Nordformosa  im  Winter  immer  feucht
und  naß;  der  Feuchtigkeitsgehalt  übersteigt  85%,  während  er  im
Sommer  bis  auf  80%  sinkt.  Das  Gegenteil  davon  trifft  in  Südformosa
zu:  im  Winter  ist  es  überwiegend  heiter  und  trocken,  wobei  der
Feuchtigkeitsgehalt  der  Duft  bis  auf  75%  und  darunter  sinkt;  im
Sommer  aber  steigt  er  auf  83%.
Gehen  wir  nun  etwas  näher  auf  die  klimatischen  Verhältnisse
der  einzelnen  Monate  ein.
            
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