Object: Die Kontrolle der Rechnungslegung (in der Privatwirtschaft)

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der Gesellschaft zu beurteilen; dieser Standpunkt wäre auch nur 
berechtigt, denn die Directors bezw. die Gesellschaft wären dann 
in gefahrbringender Weise der Willkür des Revisors ausgesetzt. 
Die von mir besprochenen Mängel, mit denen ich vor allem 
das System des Audits treffen wollte und an deren Vorhanden 
sein die Schuld nicht der englische Bücherrevisor, sondern der Gesetz 
geber trägt, lassen vielleicht die Vermutung aufkommen, daß sich 
dieselben zur Kalamität herausgebildet hätten. Dem ist nicht so; 
die englischen Revisoren haben es bisher durch ihre intellektuelle 
und moralische Qualität verstanden, sich das Ansehen und Ver 
trauen der englischen Geschäftswelt zu erwerben und zu erhalten; 
und mir erscheint das Urteil von Jafföff viel zu hart, der die 
Ansicht vertritt, daß die Bescheinigung des Auditors nicht das 
Papier wert sei, auf das sie geschrieben. Die Erfolge verdankt 
der englische Bücherrevisor aber lediglich der mustergültigen Or 
ganisation seiner Verbände; diese ist vorbildlich und nachahmens 
wert, nicht das Audit in seiner jetzigen Gestalt. Leider ist diesem 
Umstande bisher bei der Darstellung des englischen Systems nie 
Rechnung getragen worden. 
Das Einkommen der einzelnen Accountants beträgt nach 
Beigel ff oft bis zu 40 000 Mk. und mehr. Die Tages 
honorarsätze richten sich nach der Arbeitszeit und Qualität der 
zur Revision verwendeten Personen und schwanken zwischen 20 
und 65 Mk. Selbstverständlich werden die niederen Sätze nur 
für Schreiber in Ansatz gebracht. In vielen Fällen bezieht aber 
der Accountant, wenn er die Revision dauernd behält, eine 
Pauschalsumme, und es gibt Firmen,ff die jährlich mehr denn 
20000 Mk. dafür ausgeben. 
Wie ich schon vorn erwähnte, erstrecken die englischen Revisoren 
verbände ihre Tätigkeit weit über das eigene Heimatland hinaus; 
überall wo englische Kaufleute tätig sind, treffen wir auch den 
Accountant; in den britischen Kolonien ist das Revisorenwesen 
bestorganisiert. 
Ähnliche Einrichtungen im Bücherrevisorenwesen, die sich an 
den englischen Typ, was Vorbildung usw. betrifft, anlehnen, 
finden wir in Nordamerikas) wo als wichtigste Verbände auf 
geführt zu werden verdienen: 
ff E. Jaffö, Das englische Bankwesen 1905. 
ff Beigel, Theorie und Praxis S. 184. 
ff Dieser Fall kommt allerdings vereinzelt auch bei uns in Deutschland vor. 
ff Näheres bei I. Jastrow in seinem „Bericht über eine volkswirtschaftliche 
Studienreise in Nordamerika" und E. Römer, Die Bücherrevisorenpraxis in 
Deutschland und England.
	        
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