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den Alaunpreis nach Belieben festsetzten *). Wir werden sehen, daß wir
in dieser Bemerkung gewissermaßen das Schlagwort zu sehen haben,
welches bis weit hinein in das Mittelalter die Geschichte des Alauns
beherrscht.
Wir haben für unsere Zwecke aus jenen Kritiken den Schluß zu
ziehen, daß die aluta der Alten wahrscheinlich nicht mit Alaun gegerbt
war; da aber, wie wir sehen werden, die gerbereichemischen Unter
suchungen erst der letzten Jahrzehnte den Nachweis gebracht haben, daß
sich mit Aluminiumsulfat ebensogut wie mit Alaun weißgares Leder
erzeugen läßt, so dürfen wir wohl annehmen, daß die aluta der Alten
in den Fällen, wo sie als alda bezeichnet wird, unserem heutigen weiß
garen Leder ziemlich ähnlich gewesen ist.
Mit dem ausgehenden Altertum, mit der Konzentration des großen
Wissens jener Zeit in Alexandrien beginnt das chemische Wissen, wahr
scheinlich hauptsächlich unter ägyptisch-babylonischem Einfluß, mehr und
mehr in die Ideenwelt der Alchemie überzugehen; der Wissensschatz au
chemischen Tatsachen wird reicher, aber die Zerstörung des griechischen
Serapeums in Alexandrien bedeutet den Höhepunkt im Zusammensturz
der ganzen Kultur und die Vernichtung einer für die Geschichte be
sonders der Naturwissenschaften unersetzlichen Litteratur. Ein Teil frei
lich jenes Wissens rettete sich in die byzantinische Philologie, der Ein
bruch der Araber nach Ägypten im 7. Jahrhundert bedeutete zunächst
ebenfalls noch Verwüstung, aber dann blüht, besonders seit der Be
festigung der arabischen Kultur in Spanien, ein neues Kulturleben auf,
in dessen Schutz die arabischen Gelehrten die Trümmer der Zerstörung
sammeln und dazu neuen und reichen Wissensstoff fügen. So klafft
in dieser Zeit eine empfindliche Lücke, und einer der ersten und hervor
ragendsten Schriftsteller, welcher uns wieder orientiert über die chemischen
Kenntnisse der neuen arabischen Kultur, bei welcher nunmehr die euro
päischen Völker in die Lehre gingen, und welche so durch ihr Wissen,
wie auch durch ihre philosophischen Anschauungen auf Jahrhunderte
hinaus dem naturwissenschaftlichen Denken die Wege gewiesen hat, ist
der berühmte Arzt und Alchemist Dschafar, letzterer freilich hauptsäch
lich unter Berthelots Vorgang in einen Geber des 0. und 10. Jahr
hunderts und in einen Pseudogeber etwa des 14. Jahrhunderts zerlegt.
In diese Zwischenzeit muß die Erfindung der Herstellung echten
Alauns gelegt werden; denn in den Abhandlungen der Lauteren Brüder
etwa aus der Mitte des 10. Jahrhunderts, in welchen diese, im großen
und ganzen noch fußend auf aristotelischen Anschauungen, eine auf viel
breiterer empirischer Basis gewonnene Tatsachenwelt zu einem eiuheit-
-) Diodor, Bd. V, S. 10.