Full text: Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

mitgeteilten Angaben betreffend den Vorrat an Fourage benutzen. 
Verteilen wir die Pferde proportionell der den Militärkreisen zu 
gewiesenen Fourage, so erhalten wir, daß in allen sechs Kreisen 
sich 84349 Pferde befinden, was zusammen mit den städtischen 
625 598 ausmacht. Ein Pferd dient im Durchschnitt ca. 6 Jahre, 
folglich muß jährlich nur a /o derselben, also 104266 Pferde, er 
setzt werden. Nach dem Auslande und in das Königreich Polen 
wurden im Jahre 1900 20600 Pferde (per Eisenbahn) transportiert; 
somit haben die Landwirte im allgemeinen ca. 125000 Pferde ver 
kauft. Der Durchschnittspreis der nach dem Auslande exportierten 
Pferde betrug 89,6 Rubel und der von der Artillerieverwaltung 
im Jahre 1900 erworbenen 91,2 Rubel. Wenn wir den Durch 
schnittspreis mit 90 Rubel ansetzen, gleichen die Einnahmen der 
Pferdezucht 11 250000 Rubel. Diese Zahl ist bedeutend niedriger, 
als diejenige, die Herr Pokrowsky x ) angeführt hat, nämlich 647 Mil 
lionen Rubel. Es ist deshalb anzunehmen, daß Pokrowsky die 
Arbeit der Pferde in der Landwirtschaft und diejenigen im Fuhr 
mannsgewerbe mitgerechnet hat. 
Der Ertrag vom Rindvieh zerfällt in zwei Rubriken: Ein 
kommen aus Milch und dasjenige aus Fleisch. Nach den Berech 
nungen von A. A. Radtzig 2 ) macht die Zahl der Kühe in den 
Gouvernements außerhalb der Humuszone 50°/o des sämtlichen 
Viehes aus; in den südwestlichen Gouvernements sowie in den 
Gouvernements Poltawa, Charkow, Woronesch und Saratow 3 3 °/o, 
in den übrigen humusbodenhaltigen Gouvernements 25 °/o, in 
Astrachan und Orenburg io°/o. Für das europäische Rußland 
macht es somit 36,7 °/o aus. Der Milchertrag im Gouvernement 
Archangelsk macht 150, in den 10 nördlichen Gouvernements und 
3 Ostseeprovinzen 100 und in den übrigen Gouvernements 60 Eimer 
aus; somit im Durchschnitt 72 Eimer. Der Preis eines Eimers 
Milch ist in den Gouvernements Petersburg und Moskau sowie in 
den Ostseeprovinzen 50, in den übrigen Gouvernements 40 Ko 
peken, im Durchschnitt 41 Kopeken. Diese Zahlen zugrunde gelegt, 
erhalten wir eine Bruttoeinnahme für Milch von 357 370000 Rubel. 
Den F'leischertrag (Hornvieh) können wir auf zwei Arten be 
rechnen, entweder nach der Produktion desselben oder nach seiner 
Konsumtion. Nach den Budgetberechnungen von F. A. Schtjer- 
! ) Zur Stabilitätsfrage der Aktivbilanz des russischen Auswärtshandels 
S. 36. 
2 ) Viehzucht und Milchwirtschaft in verschiedenen Staaten, 1899.
	        
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