— Das britische Prestige —
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England weniger seinen Erfolgen in den letzten Jahr
zehnten, als dem gewaltigen Aufschwung seiner Volkswirt
schaft und Seewirtschaft im 18. Jahrhundert bis in dre
ersten Dreiviertel des 19. Jahrhunderts verdankt. Die
englische Sprache, der englische Wechsel, das englische Geld,
die englische Gesellschaft hatten überall bisher eine gewisse
Vorzugsstellung, welche die geschäftlichen Wünsche und Be
strebungen der Engländer unterstützten, ja zum Teil zu
deren Nachteil so übertrieben unterstützten, daß eine ge
wisse Erschlaffung des überseeischen britischen Unterneh
mungsgeistes eintrat. Wird dieses P r e st i g e d u r ch d en
Krieg nicht gebrochen oder zumindest durch die
Stärkung des deutschen Prestige eine Schmälerung erfah
ren, so wird es dem neu erwachenden Unternehmungsgeist
der Engländer stärkeren Schutz gewähren als je.
Vergegenwärtigen wir uns in diesem Zusammen
hange, was die Deutschen im Auslande, was die Ausländs
deutschen wirtschaftlich geleistet haben. Während die wirt
schaftliche Betätigung der Engländer, wenn sie ihr altes
Mutterland verließen, zum größten Teil in dem sogenann
ten „Kolonisieren" bestand, und der Engländer in der Tat
ein gewisser, wenn auch moralisch keineswegs einwands
freier, ökonomischer Mustertypus eines Kolonisators ge
worden ist, so hat die Tätigkeit des Deutschen im Aus
lande auf anderen Gebieten gelegen. Deutschland ist nicht
in einer Zeit groß geworden, in welcher noch überaus
weite und reiche überseeische Gebiete der Kolonisation
offen standen. Vielleicht liegt es auch dom Deutschen nicht
so stark wie dem Engländer, zu kolonisieren, d. h. unzivili
sierten Ländern den Stempel des eigenen Mutterlandes
aufzudrücken. Der Auslanddeutsche ging vielmehr
in bereits zivilisierte Länder oder in solche, welche in sort-
schreitender Zivilisation begriffen waren, und versuchte