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Die Schtjerbinasche Untersuchung gibt aut diese Frage eine
negative Antwort. Nach seiner Berechnung übersteigen die Aus
gaben einer Bauernfamilie bedeutend ihre Einnahmen aus dem
Landwirtschaftsbetrieb. Ziehen wir ab die Ausgaben für Samen,
Heu, Stroh, Spreu, Viehanschafiung, Arbeitslohn, Pachtzins, Steuern
und Kredit, so betragen die Ausgaben pro Kopf einer bäuerlichen
Durchschnittsfamilie des Gouvernements Wpronesch:
Für Nahrung 19,46 Rubel
» Wohnung 3,83 »
» Kleidung 5,50 »
» andere materielle Bedürfnisse 1,43 »
» religiöse Bedürfnisse 2,51 »
» Vieh und Vögel 10,64 »
» Geräte und Pferdegeschirr 1,24 »
Zusammen 44,61 Rubel
Hierzu muß man noch folgende Ausgaben hinzufügen:
Für Landpacht 1,47 Rubel
» Fiskus-, Bezirks- und öffentliche Abgaben *) . 2,76 »
Zusammen 48,84 Rubel
Nach den Schtjerbinaschen Berechnungen muß der Bauer so
mit 14,39 Rubel oder 29,5 °/o seines Ausgabebudgets aus anderen
Quellen (also nicht aus dem Ackerbau) herschaffen. Unsere bäuer
liche Bevölkerung hat nach den angeführten Berechnungen jährlich
ein Defizit von mehr als einer Milliarde Rubel zu verzeichnen. Ein
Teil dieses Defizits wird durch die Einnahmen aus der Hausindu
strie, die insgesamt 200 Millionen Rubel abwirft, gedeckt. Hierzu
gehört noch der Verdienst der Bauern aus dem Fischfang (etwa
mehr als 100 Millionen Rubel), sowie der Arbeitslohn für Fabrik-
und andere Arbeiten. Aber alle diese industriellen Einnahmen
decken nur einen Teil des Defizits. Um satt zu werden, fehlt dem
Bauernstand eine halbe Milliarde Rubel im Jahr. Daher sind die
ärmeren Schichten der Bevölkerung auf chronisches Hungern an
gewiesen. In den Jahren, in welchen die Ernte gut ausfällt, sind
die Landeinwohner satt, in den schlechten Jahren dagegen ver
wandelt sich das chronische Unterernähren in eine akute Hungersnot.
Dies ist, vorausgesetzt die bestehende Verteilung zwischen den
sozialen Klassen, die konkrete Bedeutung, die für das Bauerntum
ein Volkseinkommen im Werte von 63 Rubel pro Kopf haben muß.
*) Nach dem »Versuch einer annähernden Berechnung des Umfanges
verschiedener Quellen der Volkseinnahmen«, 1903.