Metadata : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Zur  Erinnerung  an  Heinrich  Wehberg.
B ei  dem  eifrigen  und  gewiß  nicht  unbegründeten  Bestreben ­
  eine  große  Anhängerschar  zu  gewinnen,
haben  die  neueren  Bodenreformer  die  Ideen  ihrer  ersten
Vorkämpfer  mehr  und  mehr  verlassen.  Die  Begründer
der  Bodenreformbewegung,  die  einst  in  heller  Begeisterung
die  sie  ganz  beherrschende  Lehre  verkündet  und  den  ersten
Samen  ausgestreut  haben,  finden  heute  nicht  mehr  die  Beachtung, ­
  die  ihnen  vielleicht  zukommen  dürfte.  Je  schärfere
Gegnerschaft  aber  die  gegenwärtigen  Ziele  des  „Bundes
Deutscher  Bodenreformer“  finden,  umso  größeres  Interesse
darf  die  Ideenwelt  jener  Vorkämpfer  für  sich  in  Anspruch
nehmen.  Denn  wer  sich  in  dem  Kampfe  gegen  die  Bodenreformbestrebungen, ­
  der  seit  der  Begründung  des  „Schutzverbandes, ­
  für  Deutschen  Grundbesitz“  besonders  heiß
entbrannt  ist,  ein  eigenes  Urteil  bilden  will,  muß  ganz  gewiß ­
  ebenso  sehr  die  Lehren  der  früheren  wie  der  jetzigen
Bodenreformer  kennen.
Stamms  und  Flürscheims  Schriften  haben  seinerzeit
einige  Verbreitung  gefunden,  so  daß  sich  eine  erneute  Herausgabe ­
  ihrer  leicht  zugänglichen  Werke  erübrigt.  Etwas
anderes  ist  es  mit  den  Schriften  Heinrich  Wehbergs,
die  fast  alle  nach  seinem  Austritte  aus  dem  Vorstande  des
„Deutschen  Bundes  für  Bodenbesitzreform“  erschienen  sind
und  von  den  leitenden  Bodenreformern  totgeschwiegen
wurden.  Das  ist  umso  natürlicher,  als  in  jenen  Schriften
die  damalige  und  heutige  Richtung  des  Bundes  sehr  angegriffen ­
  wurde.  Wehberg  hatte  den  Ehrenposten  des
ersten  Vorsitzenden  des  Bodenreformbundes  1890  deswegen
niedergelegt,  weil  er  die  Annahme,  daß  die  Grundrente
            
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