fullscreen: Wirtschaftlichkeitslehre

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Die zwischenstaatlichen Beziehungen in wirtschaftlicher Hin- 
sicht allein zu rationalisieren (d. h. im wesentlichen langfristige, 
klare und erträgliche Verträge abschließen: Konventionalismus) 
gelingt deshalb so schwer, weil die internationale Wirtschaft viel- 
fach mit politischen Ideen und Aspirationen verbunden ist, mit 
nationalpolitischem Ehrgeiz, mit machtpolitischem Ausdehnungsdrang 
u. s.f.; wie im Innern sind noch mehr nach außen Politik und 
Wirtschaft gegenseitig bedingt und bedingend. Menschen-, Waren- 
und Kapitalsüberschüsse eines Landes rufen Expansion nach 
außen hervor, verschärfen den Kampf um die Märkte und um die 
irgendwie als Rohstoff-, Kolonisations-, Flotten- oder Absatzbasis 
wertvollen Gebiete. Expansionspolitik, Imperialismus ist also nicht 
5loßer Ausfluß kapitalistischer Interessen, sondern auch getragen 
von bevölkerungs-, industrie- und exportpolitischen Ideen. Ob die 
sogenannten Rüstungsindustrien (Schiffswerften, Luftzeug- 
fabriken, Munitionswerkstätten u. a.) indirekten Einfluß auf die inter- 
nationale Politik nahmen und noch nehmen, indem sie die starken 
Triebe zur wirklichen Verständigung der Völker »umbiegen«, ab- 
lenken, wird oft behauptet, ist aber schwer zu beweisen. Ob ferner 
die Leiter der größten Finanzinstitute und mit ihnen die Leiter 
der größten Industriekonzerne in der Welt eine so entscheidende 
Rolle in der internationalen Politik spielen, wie oft in radikalen 
Tageszeitungen und parlamentarischen Debatten vorgeworfen wird, 
ist ebenfalls nicht leicht zu erweisen oder zu widerlegen; auf die 
Gewährung oder Verweigerung staatlicher Kredite zu annehm- 
vdaren Bedingungen allein kommt es schließlich heute in der 
Politik nicht an, auch nicht auf die Kurse der Staatstitres. Denn 
anderseits haben die internationalen Organisationen der Arbeiter- 
schaft— obwohlsie in zwei oder drei verschiedenen Lagern stehen — 
und ihre politischen Stützpunkte in jedem einzelnen. Lande immer- 
hin schon weiteren Einblick in die internationale Politik als früher 
und sind auch imstande, deren Gang mitzubestimmen (obwohl es 
übertrieben klingt, daß erst mit dem vollen Sieg des Sozialismus 
wirklicher Friede auf Erden einkehren werde). Zur Besserung der 
internationalen Beziehungen (politischer Art) tragen schließlich auch 
die Frauenvereinigungen sowie die zahlreichen, allzu zahlreichen 
Organisationen bei, die hauptsächlich das kulturelle Leben der 
Völker (Kunst, Wissenschaft, Unterricht, Literatur, Theater u. a.) im 
versöhnlichen Sinne beeinflussen wollen. Daß die Kirchen gleich-
	        
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