Full text : Deutschlands chemische Industrie

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Vorrat  noch  2500  Jahre  reichen  würde,*)  während  die
entsprechende  Zeit  für  England  nur  auf  700  Jahre,  für
Nordamerika  auf  1700  Jahre  geschätzt  wird.**)
Leuchtgas  Die  Destillation  der  Steinkohlen  begeht  gegenwärtig
in  Deutschland  ihre  Zentenarfeier.  Gerade  100  Jahre
ist  es  her,  dass  der  Professor  der  Chemie  in  Freiberg
W.  A.  Lampadius  sein  Haus  mit  Steinkohlengas  beleuchtete. ­
  Anfangs  der  sechziger  Jahre  wurden  bereits
60  Millionen  Kubikmeter  Leuchtgas  in  Deutschland  fabriziert. ­
  In  (den  achtziger  Jahren  stieg  diese  Zahl  auf
400  und  1900  auf  1200  Millionen,  und  gegenwärtig  beträgt ­
  die  Jahresproduktion  der  deutschen  Gaswerke
2y 2  Milliarden  Kubikmeter.  Zu  ihrer  Herstellung  werden
7  800  000  Tonnen  Steinkohlen  im  Werte  von  90  Millionen ­
  Mark  verbraucht,  von  denen  etwas  über  25  %
aus  England  stammen.  Bei  einem  Verkaufspreis  von
12  Pfennig  hat  diese  Gasmenge  einen  Wert  von  300  Millionen ­
  Mark,  während  gleichzeitig  4  Millionen  Tonnen
Koks  für  62  Millionen  Mark,  390000  Tonnen  Teer  für
11  Millionen,  Ammoniakprodukte  für  17  Millionen  und
andere  Nebenprodukte  für  eine  Million  Mark  gewonnen
werden.***)

*')  C.  Engler.  Ueber  Zerfallprodukte  in  der  Natur.  Verh.  d.
Oes.  d.  Naturf.  und  Aerzte.  Leipzig.  1911.  I.  S.  53.
**)  Die  Kohlenförderung  im  Ruhrgebiet  betrug  zu  Anfang  des
vorigen  Jahrhunderts  etwa  230  000  Tonnen,  1850  1,66  Millionen,
1860  4,36  Millionen,  1900  60,12  Millionen  und  1909  82,80  Millionen
Tonnen.  Insgesamt  wurden  1912  in  Deutschland  160,74  Millionen
Steinkohlen  im  Werte  von  1,57  Milliarden  Mark  und  73,76  Millionen
Tonnen  Braunkohlen  im  Werte  von  183,36  Millionen  Mark  gefördert. ­

***)  A.  Samtleben,  Leuchtgas  in  chemischer,  hygienischer  und
wirtschaftlicher  Beziehung.  Ztschr.  ang.  Chemie  1912,  25,  2648.
            
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