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eine stark antifebrile Wirkung, und als man den Irrtum
bemeri-cte, war noch gerade genug von dem willkommenen
Mittel vorhanden, dass man es mit dem schon
lange bekannten Azetanilid identifizieren konnte, das
nun als Antifebrin eine rasche Verbreitung fand. Aehnlich
war es um dieselbe Zeit mit der Entdeckung des Antipyrins
durch L. Knorr in Jena, das auf Grund seiner
vermeintlichen Beziehungen zum Chinin als Antipyreticum
erkannt wurde, obwohl Knorr selbst später nachwies,
dass es in seiner Konstitution mit dem Chinin
nichts zutun habe, sondern zu einer ganz andern Gruppe,
den Pyrazolonderivaten, gehörte.
Die neuen Fiebermittel konnten jedoch ihre eminente
Bedeutung bald bei der Bekämpfung einer grossen
Influenzaepidemie beweisen, die nach 30jähriger Pause
die Kulturwelt mit ungeheurer Heftigkeit überfallen
hatte; sie zeigten aber zugleich den Pharmakologen die
merkwürdige Tatsache an, dass im Gegensatz zu den
früheren Anschauungen Heilmittel von unter sich ähnlicher
Wirkung in sehr verschiedenen Gruppen der organischen
Chemie angetroffen wurden.
Die Folge davon war ein Durchprobieren aller möglichen
chemischen Verbindungen am Tier-und Menschenkörper,
wobei sich aber gewisse Gesetzmässigkeiten ergaben,
die doch einen Einfluss bestimmter Atomgruppierungen
auf bestimmte Wirkungen erkennen Hessen, wie
man dies bei den Farbstoffen schon lange gewohnt war.
Wie die hypnotische Wirkung bei den gechlorten
Methanen mit der Anzahl der Chloratome bis zum
Chloroform anstieg, so bemerkte man eine ähnliche
Steigerung gelegentlich der Einführung des Sulfonals
in den Arzneischatz. Die hypnotische Wirkung dieses