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Die künstliche Darstellung vieler Riechstoffe ist
namentlich durch die klassischen wissenschaftlichen Ar
beiten von O. Wallach in Göttingen über die Bestand
teile des Terpentinöls gefördert worden. In diese
Künstlicher Gruppe der Terpene gehört auch der Kampfer, der
Kampfer e j n Hauptexportartikel der Japaner geworden ist, die
auf Formosa grosse Pflanzungen von Kampferbäumen
angelegt haben und damit ein Weltmonopol zu erreichen
gedachten. Er wird in erheblichen Mengen in der
Zelluloidindustrie namentlich zur Filmfabrikation ver
wendet.*) Im Jahre 1902 gelang es der Scheringschen
Fabrik in Berlin, den Kampfer aus Terpentinöl darzu
stellen und damit das japanische Monopol zu durch
brechen, wenn auch an der 15—20 Millionen Mark be
tragenden Weltproduktion der natürliche Kampfer im
mer noch in erheblichem Masse beteiligt ist.
Präparaten- Die synthetischen Heilmittel und Riechstoffe führen
Industrie uns zu d er umfangreichen Industrie der chemi
schen Präparate. Diese wichtige Industrie hat in den
letzten 25 Jahren eine enorme Ausdehnung erfahren
und zu einem sehr bedeutenden Umsatz und einem über
alle Länder der Erde ausgebreiteten Exporthandel ge
führt. Es ist jedoch nicht möglich, im Rahmen dieser
Schrift auf die vielen Hunderte chemischer Präparate
näher einzugehen, die für die Medizin, die Phar
mazie, die Hygiene, für die Lebensmittel- und Gärungs
gewerbe, für die Textil- und Lederindustrie, die Par-
*) Das Zelluloid ist eine Lösung von Nitrozellulose in Kampfer,
die bei gewöhnlicher Temperatur hornartig fest, bei erhöhter
Temperatur plastisch formbar ist. Im Jahre 1906 betrug der
Umsatz der Zelluloidindustrie in Deutschland 80 Millionen Mark.
(Q. Bonvitt, Chem. Ztg., 1913, 1172.)