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Erstes Buch. Die Begründer.
sein 1 ). Wenn aber jeder auf gut Glück produziert, wie kann man dann
vermeiden, daß in jedem Augenblick die Produktion entweder größer oder
kleiner als die effektive Nachfrage sei?
Um dies zu verstehen, muß man sich die Preistheorie A. Smith’»
ins Gedächtnis rufen.
Im vorhergehenden Kapitel haben wir gesehen, daß schon 1776
Condillac eine Theorie des Wertes aufgestellt hatte, die der der Physio-
kraten bedeutend überlegen war. Im selben Jahre (1776) erschien aber
gerade das Werk Smith’s. Er hat wahrscheinlich niemals Kenntnis von
den Ideen Condillac’s gehabt und konnte sie daher nicht diskutieren.
Auf der anderen Seite aber stellte der durchschlagende Erfolg des „Wealth
of Nations“ das Werk des französischen Philosophen für lange Zeit in
den Schatten. Während langer Zeit sollte daher die Theorie A. Smith’s
triumphieren. Obgleich sie der Condillac’s gegenüber minderwertig ist,
hat sie in der Folgezeit den Untersuchungen der Nationalökonomen,
besonders denen der englischen Ökonomisten, deren Einfluß während der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorherrschend war, zugrunde gelegen.
Erst nach der Veröffentlichung der Werke von Walras, Jevons und
MENGERist sie verworfen worden; sie besitzt daher ein wirkliches geschicht
liches Interesse, das um so größer ist, weil sie das eigentümliche Schicksal
hatte, zur gleichen Zeit den Lehren der Sozialisten und denen der liberalen
Nationalökonomen als Stützpunkt zu dienen. Es ist das Los von
Schriftstellern wie A. Smith, die sich mehr durch Reichtum als durch
logische Zusammenfassung der Ideen auszeichnen, in dieser Weise die
Meinungen in verschiedene und sogar entgegengesetzte Geleise zu lenken-
Die Theorie des Wertes ist übrigens nicht die einzige, die bei ihm diese
Unbestimmtheit aufweist. Wir begnügen uns hier, ohne zu genau auf
Einzelheiten einzugehen, die Hauptpunkte der Theorie zu erwähnen, und
zwar die, welche zu gleicher Zeit ein Verständnis ihrer wissenschaftlichen
Mängel und ihres doppelten Einflusses auf die folgenden Lehren gestatten.
Smith beginnt damit, zwei Begriffe als unvereinbar hinzustellen: die
des „Gebrauchswertes“ und die des „Tauschwertes“ 2 ). Unter Gebrauchs-
1) Smith nimmt in diesem Falle an, daß entweder der Verbraucher, oder der
Produzent bedrückt wird. Wenn irgendwo der Gewinn den normalen Zinsfuß über
steigt, so ist das, sagt er: „ein Zeichen, daß etwas entweder wohlfeiler gekauft oder
teurer verkauft wird, als es gekauft oder verkauft werden sollte, und daß die eine oder
die andere Klasse von Bürgern mehr oder weniger gedrückt wird, indem sie entweder
mehr bezahlt oder weniger gewinnt, als sich mit der Gleichheit, die unter all® 11
Klassen stattfinden sollte, verträgt“ (II, S. 124, B. IV, Kap. VII, Teil 3). ® 0
erscheint A. Smith die Gleichheit des Preises mit den Produktionskosten nicht n u
als eine Tatsache, sondern auch in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit. Man kann
sagen, daß in seinen Augen diese Gleichheit den „gerechten Preis“ darstellt. t
2 ) Völkerreichtum I, S. 16, B. I, Kap. IV. Die Stelle ist berühmt: „Das
Wert hat — was wohl zu beachten ist — zweierlei verschiedene Bedeutung und drücn