Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites  Buch.  Die  Gegner.

keineswegs 1 );  für  ihn  sind  im  Gegenteil  die  Konkurrenz  und  der  Profit
untrennbar,  denn,  wenn  das  Eine  der  Krieg  ist,  so  ist  das  Andere  die  Beute.
Es  kam  daher  darauf  an,  eine  Methode  zu  finden,  um  den  Profit
abzuschaffen  und  mit  ihm  „alle  die  Einrichtungen,  die  beständig  den
Wunsch  hervorrufen,  billig  zu  kaufen  und  teuer  zu  verkaufen“.  Das
Werkzeug  des  Profits  ist  nun  das  Geld:  erst  durch  das  Geld  kann  er  sich
verwirklichen 2 ).  Auf  Grund  des  Geldes  drängt  er  sich  in  jeden  Tausch,
und  durch  das  Geld  wird  erst  die  Anomalie  möglich,  eine  Ware  über  ihren
Wert  zu  verkaufen.  Das  Geld  muß  man  also  angreifen.  Es  muß  durch
Arbeitsnoten  (labour  notes)  ersetzt  werden.  Sie  werden  dann  den  wirklichen ­
  Wertmesser  darstellen,  der  dem  Metall-  oder  Papiergelde  bedeutend
überlegen  ist;  denn  da  die  Arbeit  Ursache  und  Substanz  des  Wertes  ist,
ist  es  nur  möglich,  daß  sie  auch  ihren  Maßstab  vorstellt.  Man  erkennt,
daß  Owen  aus  Ricakdo’s  Werttheorie  überraschende  Schlüsse  zieht.
Soviel  Arbeitsstunden  ein  Erzeugnis  gekostet  hat,  so  viel  Arbeitsnoten ­
  erhält  sein  Erzeuger,  weder  mehr  noch  weniger,  wenn  er  es  verkaufen ­
  will,  —  und  ebenso  viel  muß  der  Verbraucher  geben,  weder  mehr
noch  weniger,  wenn  er  es  kaufen  will.  Auf  diese  Weise  wird  der  Profit
abgeschafft.
’)  Anscheinend  könnte  man  Owen  folgendes  entgegenhalten:  von  zwei  Dingen
ist  nur  eins  möglich:  entweder  stellt  der  Gewinn  einen  Teil  der  Produktionskosten
vor;  zwischen  ihm  und  den  Zinsen  besteht  kein  Unterschied.  In  diesem  Falle  ist  es
richtig,  daß  die  Konkurrenz,  so  vollkommen  sie  auch  sein  möge,  ihn  nicht  zum  Verschwinden ­
  bringen  kann,  da  sie  doch  nicht  mehr  zu  tun  vermag,  als  den  Verkaufspreis
auf  das  Niveau  der  Produktionskosten,  zu  bringen;  in  diesem  Falle  ist  aber  der  Profit
weder  ungerecht  noch  parasitisch,  da  das  Erzeugnis  zu  dem  Preis,  den  es  gekostet
hat,  weder  teuerer,  noch  billiger,  verkauft  wird.
Oder  aber  der  Gewinn  stellt  keinen  Teil  der  Produktionskosten  dar;  zwischen
ihm  und  den  Zinsen  besteht  ein  Unterschied;  er  ist  nur  der  Überschuß  des  Verkaufspreises ­
  über  den  Kostenpreis;  in  diesem  Fall  kann  man  ihn  allerdings  parasitisch
nennen;  doch  auch  dann  wird  er  unter  der  Herrschaft  der  vollkommenen  Konkurrenz
notwendigerweise  verschwinden,  da  ein  derartiges  Einkommen  nur  auf  einer  mehr
oder  weniger  ausgesprochenen  Monopolstellung  beruhen  kann.
Zur  Zeit  Owen’s  war  aber  die  Unterscheidung  zwischen  Profit  und  Zinsen  noch
nicht  bekannt.  Er  würde  sicherlich  geantwortet  haben,  daß,  ob  Profit  oder  Zinsen,
doch  alles  eins  wäre  und  daß,  wenn  der  Profit  vorgäbe,  sich  unter  den  Produktionskosten ­
  zu  verstecken,  um  der  Konkurrenz  trotzen  zu  können,  er  kein  Recht  irgendwelcher ­
  Art  auf  dieses  Versteck  habe,  da  die  Produktionskosten  sich  einzig  aus  der
Arbeit  und  den  zur  Neubildung  des  aufgewendeten  Kapitals  nötigen  Amortisationssummen ­
  zusammensetze.  Daher  müsse  er  aus  diesem  Versteck  herausgezogen  werden.
2 )  Das  Metallgeld  ist  die  Ursache  einer  außerordentlich  großen  Kriminalität,
einer  Menge  Ungerechtigkeit  und  Elends,  sowie  einer  der  Bedingungen  des  Milieus,
die  an  einer  Mißbildung  des  Charakters  den  größten  Anteil  haben  und  aus  der  Welt
ein  Pandämonium  machen.“
„Billig  einkaufen  und  teuer  verkaufen  und  zwar  auf  Grund  eines  künstlichen
Vertreters  des  Reichtums,  der  sich  weder  ausdehnen  noch  zusammenziehen  kann,  wie
das  der  Reichtum  selbst  tut,  darin  liegt  das  Geheimnis  des  Profits.“
            
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