Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

376 VIL Abignitt: Einzelne Souldverhältnifie. 
älliger Ent1hädigungsSanfprüche oder der Mietzinzaniprüche für die Zufunft) findet 
‚eine weitere Sinfhränkung ftatt, als Jie für den Vermieter auch dem Mieter allein 
gegenüber beiteht nad Maßgabe des & 559 Saß 2, vol. Bem. V biezu. Gleiches gilt 
auch, wenn der Mietvertrag auf unbe itimmte Beit abgefchloffen Ut, val. hierüber 
Dem. VI, 3, b und Kfipr. d. OLG. (Gamburg) Bd. 3 S. 236 = Seuff. ch. Bd. 57 
Yır. 33. In dem NMietzinfe für das Taufende Jahr wird übrigens der Mietzin8 fiir das 
leßte Jahr vor der Pfändung oft teilweife mitenthalten fein; vgl. ROES, Bd. 34 S. 100 
md Örücdner S, 119 Anm. 3. 
3, Widerfpredhen kann der Vermieter einer jolchen Pfändung nicht (eine 
Musnabhme beftünde nur, wenn er die Sachen bereits in EN AR feines Zurüd- 
behaltungsrechtS in feinen Befib genommen hätte, $ 809 3RO.), die Wegnahme durch 
den Gerihts8bollzieher bildet au feine Entfernung im Sinne der SS 560 und 
562 (vgl. hierüber im einzelnen Bem. 5 zu $ 560 und Bem. V zu 8 561). 
a) Er hat aber nad 8 805 BRO. einen Anfpruch auf vo rzugsmweife Bez 
Iriedigung aus dem Erlös auf Grund feines älteren Liandrecht8, jedoch 
mit der EinfOränkung feiner Forderung nach $ 563 (f. Bem. 1). 
Neber die Frage, ob für Diefe feine Klage bie Frift aus 8 561 
zugleid) maßgebend ift, val. Bem. V zu 8 561. 
Wenn freilich die zurücbhleibenden Sachen zur Sicherung des 
VBermieter3 ohnedies ausreichen, fo wird eine RechtSve rfolgung 
leinerfeit@ überhaupt zu unterlaffjen fein, vgl. biezu Bem. IV, 1, d, 3 
8 559, ©. Sur.8. 1903 S, 401 und 472, übereinjtimmend Niendorft, 
Mietrecht S. 358, Rammerger. in D. NS 1909 S. 1150, Sur. Wichr. 1909 
S, 657, ROSS. Bd. 71 S. 418 ff, dagegen Simeon, Sur. Lit. Bl. 1907 S. 235 
und vgl. auch Ripr. d. OLG. (Sranffurt) Bd. 19 S, 153. 
„Ueber den Sal, daß für vderjchiedene Släubiger gepfändet ift 
und die nicht gepfändeten Sachen zufammen mit einen Teile der gepfändeten 
ausreichen würden, gehen die Meinungen außeinander, vgl. Bl. f. Rechtspflege 
1. Bez. d. Kammerger. Bd. 17 S, 30, Faltmann S. 466, ®ötte, ©. Sur.8. 
1903 ©. 472, ©olditein ebenda S. 401 und inshef. Emmerich, Pfandrechts- 
‘onfurrenzen S. 512 ff. 
Die al83haldige Stellung des Mntrag3 auf Hinterlegung (fbhon vor der 
Alageftellung {ft eine einitweilige Anordnung auf Örund des 8 769 ZRO. 
möglich!) ift für den Vermieter um deswillen notwendig, weil feine Alage 
dor Beendigung der 3wangsSvollitredung d. bh. vor Rosa hung 
be8 %fanderlö1es an den Prändungsgläubiger erhoben werden muß val. au 
Bem. V zu 8 561). Außergerichtliche Geltendmachung dem Serichtsvollzieher 
der dem Pfändungsgläubiger gegenüber genügt nicht (vol. hiezu Ripr. d. 
CE Stell DD. 3 S. 357). Neber eine DBereiderungsflage val. 
em. 3. 
VBerbleibt aus dem Erlöfe nach Befriedigung des Pfandgläubigers und der 
hier befchränfkten Anfprücdhe des Vermieters ein NMeit, fo hat Vermieter 
nunmehr darauf auch Hinfichtlich feiner weiter zurückliegenden fälligen Miet- 
zinsforderungen Unfpruch, da dann infoweit der Grund für die Belhränkung 
weggefallen {ft (val. Bem. 1). 
3. Eine befondere Frage liegt darin, ob der Vermieter, der feinen Anfpruch aus 
3 805 im pn pm SerTadren nicht geltend machte, eine bei dem ordentlichen Gerichts: 
tande des Pfändungspfandgläubiger8 zu erhebende Klage wegen ungerecht: 
'ertigter Bereiderung gegen Lebteren in 
. Ein prozeffuales a efteht um beswillen nicht, weil $ 805 I Anz 
Iprüche aus dem materiellen Kechte keineswegs abfdhneiden will (vgl. hiezu ROSE, Bd. 12 
S. 371, Bd. 13 S. 180, Bd. 40 S. 290). 
a3 das materielle Recht felbit anbelangt, fo hat fchon die frühere Necdht{prechung 
deS Reichsgerichts ES bielfad) bejaht (val. hierüber ROES. Bd. 6 S. 313, Bd. 48 
S. 288). Für das BSD. aber muß {ih die Bejahung aus SS 812, 816 ergeben, insbei. 
aus $ 816; vgl. die Bem. biezu. Eine Kenntnis des Pfändungspfandgläubiger8 von 
dem vorgehenden Rechte des Vermieters ijt zur Begründung diefer US Ta 
nicht erforderlich; erftere würde noch eine itrengere Haftımg auf Orund des S$ 819 BGB. 
nach fich ziehen. Nebereinitimmend Brückner in em ehender Ausführung S. 120 mit 
Anm. 2 und im „Recht“ 1905 S. 180 & unter HI, ul. 193 und Mipr. d. OLG. 
(Stettin) Bd. 3 S, 357, 358, Niendorff S. 363, Gaupp-Stein Anm. 11 Abi. 2 Biff. 1 und 
SE Anm. 2, b zu 8 805 3RO., Kraus in Bayr. 3. f. N. Bd. 1 (1905) ©. 172, 173, 
DL®. Dresden, jäch?. Arch. 1908 S. 341, DLS. Frankfurt, Ripr. d. OLG. Bd. 19 S. 153; 
dagegen aber Mittelftein S. 433—435, Siber S. 46, Dertmann im Archiv f d. 3ivilift. 
7}
	        
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