334
Zweites Buch. Die Gegner.
Das ganze Projekt beruht auf folgenden grundlegenden Gedanken:
unter allen Formen des Kapitals, die ihrem Besitzer unter dem Namen
Zinsen, Pacht, Diskont usw. ein Herrenrecht 1 ) an dem Erzeugnisse des
Arbeiters einräumen, ist das wichtigste das Geld, — denn schließlich
bieten sich auf dem Markte alle Kapitalien unter der Form von Geld an 2 )-Wenn
es daher gelingt, das „Herrenrecht“ unter dieser universellen
Kapitalform zu unterdrücken, mit anderen Worten, wenn das Geld umsonst
verliehen wird, so würde das Herrenrecht sofort auch für alle anderen
Kapitalien verschwinden.
Nehmen wir an, daß ich auf Grund irgendeiner Organisation imstande
sei, mir ohne Zinsen das zum Ankauf eines Stückes Land, einer
Maschine oder eines Gebäudes, die ich für mein Gewerbe benötige, notwendige
Geld zu verschaffen, — so würde ich mich beeilen, diese Kapitalien
zu erwerben, anstatt sie zu mieten, wie ich es heute tun muß, indem ich
Zinsen oder Miete dafür zahle. Indem auf diese Weise die Abschaffung
der Geldzinsen dem Arbeiter gestattet, sofort und umsonst all die nötigen
Kapitalien zu erwerben, anstatt sie zu mieten, verhindert sie gleichzeitig
alle Kapitalbesitzer, ein Einkommen ohne Arbeit zu erheben. Das Eig en '
tum würde daher auf den Besitz beschränkt bleiben. Da der Arbeiter
den vollen Ertrag seiner Arbeit erhalten würde, ohne ihn mit jeinan
anderem teilen zu müssen, so wäre auch die Reziprozität im Austausch
erreicht. Die wirtschaftliche Gerechtigkeit wäre endlich verwirklicht.
Zweifellos, wird man sagen, ist das richtig. Wie soll man sich ab<j r
das nötige Geld ohne Zinszahlungen beschaffen? Das ist der springeim e
Punkt!
Man überlege, antwortet Proüdhon, was das Geld ist! Ist es etw» s
Anderes als ein Tauschbon, dessen einzige Bestimmung die Erleichterung
des Güterumlaufs ist? Hier betrachtet Proüdhon plötzlich das Gey
das ihm bis dahin als das wirkliche und einzige Kapital erschienen * s ’
nur mehr als ein Umlaufsmittel. „Das Geld an und für sich ist mir nlC .
nütze. Ich nehme es nur, um es auszugeben, ich verbrauche und bewir
schäfte es nicht“ 3 ). Es ist nur ein Umlaufsmittel, und der Zins, den J c
dafür zahle, entlohnt gerade diese Umlaufsfunktion 4 * * * ). Würde nun el
Papier diese Funktion nicht ebenso gut und billiger erfüllen? H el j
leihen die Banken den Besitzern von Handelseffekten das Bargeld, fy
sie benötigen, oder Banknoten, die ständig gegen Bargeld einwechselb a
-179.
') Siehe oben, S. 317 Anm. 2.
2 ) Siehe: Solution du problfeme social, S. 178-3
) Int§r§t et Principal, S. 112.
*) „Daher ist das Geld, das überall als Zusatzkapital, als UnUauismii-y,’ s j C fi
Garantieinstrument dazwischentritt, gerade das, was zu bezahlen ist; es bande ^
gerade darum, den Dienst, den es leistet, zu entlohnend (Int6r§t et Prin cl "
S. 113).
gjs
als Umlaufsmitte 1 . 8