Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Zweites  Buch.  Die  Gegner.

Das  ganze  Projekt  beruht  auf  folgenden  grundlegenden  Gedanken:
unter  allen  Formen  des  Kapitals,  die  ihrem  Besitzer  unter  dem  Namen
Zinsen,  Pacht,  Diskont  usw.  ein  Herrenrecht 1 )  an  dem  Erzeugnisse  des
Arbeiters  einräumen,  ist  das  wichtigste  das  Geld,  —  denn  schließlich
bieten  sich  auf  dem  Markte  alle  Kapitalien  unter  der  Form  von  Geld  an 2 )-Wenn
  es  daher  gelingt,  das  „Herrenrecht“  unter  dieser  universellen
Kapitalform  zu  unterdrücken,  mit  anderen  Worten,  wenn  das  Geld  umsonst ­
  verliehen  wird,  so  würde  das  Herrenrecht  sofort  auch  für  alle  anderen
Kapitalien  verschwinden.
Nehmen  wir  an,  daß  ich  auf  Grund  irgendeiner  Organisation  imstande ­
  sei,  mir  ohne  Zinsen  das  zum  Ankauf  eines  Stückes  Land,  einer
Maschine  oder  eines  Gebäudes,  die  ich  für  mein  Gewerbe  benötige,  notwendige ­
  Geld  zu  verschaffen,  —  so  würde  ich  mich  beeilen,  diese  Kapitalien
zu  erwerben,  anstatt  sie  zu  mieten,  wie  ich  es  heute  tun  muß,  indem  ich
Zinsen  oder  Miete  dafür  zahle.  Indem  auf  diese  Weise  die  Abschaffung
der  Geldzinsen  dem  Arbeiter  gestattet,  sofort  und  umsonst  all  die  nötigen
Kapitalien  zu  erwerben,  anstatt  sie  zu  mieten,  verhindert  sie  gleichzeitig
alle  Kapitalbesitzer,  ein  Einkommen  ohne  Arbeit  zu  erheben.  Das  Eig en '
tum  würde  daher  auf  den  Besitz  beschränkt  bleiben.  Da  der  Arbeiter
den  vollen  Ertrag  seiner  Arbeit  erhalten  würde,  ohne  ihn  mit  jeinan
anderem  teilen  zu  müssen,  so  wäre  auch  die  Reziprozität  im  Austausch
erreicht.  Die  wirtschaftliche  Gerechtigkeit  wäre  endlich  verwirklicht.
Zweifellos,  wird  man  sagen,  ist  das  richtig.  Wie  soll  man  sich  ab<j r
das  nötige  Geld  ohne  Zinszahlungen  beschaffen?  Das  ist  der  springeim e
Punkt!
Man  überlege,  antwortet  Proüdhon,  was  das  Geld  ist!  Ist  es  etw» s
Anderes  als  ein  Tauschbon,  dessen  einzige  Bestimmung  die  Erleichterung
des  Güterumlaufs  ist?  Hier  betrachtet  Proüdhon  plötzlich  das  Gey
das  ihm  bis  dahin  als  das  wirkliche  und  einzige  Kapital  erschienen  * s  ’
nur  mehr  als  ein  Umlaufsmittel.  „Das  Geld  an  und  für  sich  ist  mir  nlC .
nütze.  Ich  nehme  es  nur,  um  es  auszugeben,  ich  verbrauche  und  bewir
schäfte  es  nicht“ 3 ).  Es  ist  nur  ein  Umlaufsmittel,  und  der  Zins,  den  J c
dafür  zahle,  entlohnt  gerade  diese  Umlaufsfunktion 4  *  *  * ).  Würde  nun  el
Papier  diese  Funktion  nicht  ebenso  gut  und  billiger  erfüllen?  H el j
leihen  die  Banken  den  Besitzern  von  Handelseffekten  das  Bargeld,  fy
sie  benötigen,  oder  Banknoten,  die  ständig  gegen  Bargeld  einwechselb a

-179.

')  Siehe  oben,  S.  317  Anm.  2.
2 )  Siehe:  Solution  du  problfeme  social,  S.  178-3
 )  Int§r§t  et  Principal,  S.  112.
*)  „Daher  ist  das  Geld,  das  überall  als  Zusatzkapital,  als  UnUauismii-y,’ s j C fi
Garantieinstrument  dazwischentritt,  gerade  das,  was  zu  bezahlen  ist;  es  bande  ^
gerade  darum,  den  Dienst,  den  es  leistet,  zu  entlohnend  (Int6r§t  et  Prin cl "
S.  113).

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als  Umlaufsmitte 1 .  8
            
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