Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  I.  Die  Optimisten.

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duziert  sie  stets  nur  einen  immateriellen  Gegenstand,  der  sich  die  Nützlichkeit ­
  nennt.  Das,  was  der  Bäcker  hervorbringt,  ist  nicht  eigentlich  das
Brot,  sondern  die  Befriedigung  eines  Bedürfnisses:  dasselbe,  weder  mehr
noch  weniger,  tut  die  Sängerin.  Dies  stellt  sofort  die  sogenannten  freien
Berufe  auf  eine  Stufe  mit  der  reinen  Handarbeit,  und  auch  hier  steht
Dunoyer  auf  dem  Gegenpol  der  Physiokraten 1 ).
Im  Gegensatz  zu  dem,  was  man  glauben  könnte,  wird  aber  der  Handel
v on  dieser  großzügigen  Auffassung  der  Produktion  nichts  gewinnen.
Während  Dunoyer  der  Sängerin  Produktivität  zuerkennt,  spricht  er  sie
dem  Kaufmann  ab  (!)  und  kommt  durch  diese  eigentümliche  Wandlung
seines  Gedankenganges  zu  der  Auffassung  der  Physiokraten  zurück 2 ).
Warum  das?  Weil  dort,  wo  keine  Arbeit  besteht,  auch  keine  Produktion
vorhanden  sein  kann.  Kaufen  oder  verkaufen  ist  keine  Arbeit:  daher  ist
Auch  der  Tausch  nicht  produktiv.  —  Aber  der  Tausch  schafft  ja  doch
Nützlichkeiten!  Was  will  Dunoyer  denn  mehr,  da  er  doch  zugibt,  daß
keinerlei  Arbeit  irgend  etwas  Anderes  zu  tun  imstande  ist  ?  —  Ohne  Zweifel
sah  Dunoyer  in  dem  Handel  nur  die  rein  juristische  Handlung  des  „do
ut  des“,  und  es  widerstrebte  ihm,  zuzugeben,  daß  eine  einfache  Übereinstimmung ­
  von  Willensbestrebungen  ohne  Arbeit,  ohne  physische  Anstrengung ­
  Werte  schaffen  könne,  ebenso  wie  die  Physiokraten  nicht  einsehen
  konnten,  daß  es  möglich  sei,  Reichtümer  ohne  Boden  zu  schaffen.

1 )  J.-B.  Say  hatte  schon  neben  materiellen  KewWttinerii.imin  ateri  eil
gegeben  —  in  der  b'orm  von  geleisteten  Diensten  „ P1 , a nnt  werden  können,
diesem  Sinne  Professoren,  Ärzte  oder  Schriftsteller  pio  u  g
ils  richtig  anerkannt.  _  .,  „„  ,  kritisiert  die
Dunoyer  jedoch,  obgleich  er  diese  Schlußfo  ,  zw i sc hen  immateriellen
Art  und  Weise,  wie  sie  dargelegt  wird.  Er S' b . t  kem ® n .  "  e ,  t  )len  nur  Nützlichkeiten.
and  materiellen  Reichtümern  zu:  auf  beiden  Seiten  m  ,  •  lle  Erzeugnisse  sind;
»Wahr  ist,  daß  die  Erziehung,  der  Geschmack  usw.  Köhler  begangen,  seinen
schaffen  wir  aber  jemals  andere?“  -  Nur  hat  er  sagt:
Gedanken  einen  besonderen  und  etwas  grotesken  Aus«  1  ß  e j n  Arzt  „ein  Pro-„Ein
  guter  Lehrer  ist  ein  Produzent  aufgeklärter  Mensc  ,  »j ären  we i c lie  Inkonduzent
  gesunder  Menschen“.  Man  kann  sich  wir  ic  immaterialisierte,  dazu
sequenz  Dunoyer,  der  soeben  die  Ergebnisse  der  .  »  7U  materialisieren,
bringt,  jetzt  plötzlich  die  Ergebnisse  der  intellektuellen  Arb«  .  grob  ^  ^  ^
2 )  „Arbeit  und  Tausch“  sind  zwei  Reihen  a  8 tm ^ rbeiten  heißt  produzieren:
'hre  Natur  durchaus  voneinander  verschieden  sin  •  *  ’  j ( j ee  e i ner  Produktivität“
Handel  treiben,  austauschen  enthält  auch  nicht  die  geringste
(S.  699).
            
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