Metadata: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

DEUTSCHLAND — Holstein und Lauenburg. 
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Städte: Altona 40,426 Eiuw., Kiel 10,274, beide 1855. 
Holstein war bereits im vorigen Jahrhunderte den dänischen 
Königen unterworfen, galt aber als ein zu Deutschland gehörendes und 
überdies mit Schleswig „untrennbar verbundenes“ Herzogthum. 
Lau en bürg dagegen gehörte früher zu G hur - Braunschweig (Han 
nover), ward 1806 durch französische Truppen occupirt, 1810 mit 
dem französischen Departement der Elbemündungen vereinigt, 1814 
an Hannover, 1816 von diesem grösstentheils an Preussen, von 
Letztem endlich an Dänemark gegeben, doch ebenfalls als Bestand- 
theil Deutschlands. 
^112^011, Holstein ist factisch mit Dänemark vereinigt 
(siehe dieses.) Ausserdem hat dasselbe für seine besondern Bedürf- 
nisse noch ein spezielles Budget, das pro 185%5 mit einem Bedarfe 
von 1’919,932, einer Einnahme von 1,761,194, und einem Deficit 
von 159,000 Rthlr. abschloss. Holstein allein hat 1856 1T41,094 
Thlr. mehr zu steuern, als 1847. — Die Ausgaben Schleswigs und 
Holsteins (zusammen) für das Militär betrugen in den Kriegsjahren. 
1848 . . 8‘9,67,100 Mrk. Cour., wovon 319,953 See-Etat 
1849 . . 18T80,780 - - - 862,362 
1850 (Anschlag) 14'920,431 - - - 320,000 
Von Lauenburg erscheint in dem Dänischen Budget für 18^%s 
ein Reinertrag von 304,961 Rbthlr., — dasselbe muss seine gesamm- 
ten Reinerträgnisse an Dänemark abliefern. 
Die Schuld der vereinigten Herzogthümer Schleswig-Holstein ward 
1851 auf 8’705,000 Thlr. Cour, geschätzt, wovon etwa IV2 Mill, 
alte und 7’260,000 seit 1848 entstandene Schuld (darunter 2’017,000 
Thlr. oder 5 Mül. Mark Papiergeld.) Dies ohne den Antheil an der 
Dänischen Schuld (vergl. indess „Dänemark.“) — Die Lauenbur 
gische Schuld, Ende 1847 427,300, soll 1851 nur noch 307,300 
Thlr. Cour, betragen haben. 
Durch Dänische Verordnung vom 21. Juni 1856 wurde der 
Verkauf der Holsteinischen und Lauenburgischen Domänen ange 
ordnet, deren Erlös zur Abtragung Dänischer Staatsschulden ver 
wendet werden soll! Eine diplomatische Note (!) der beiden deut 
schen Grossmächte wird wol vergeblich sein, (ln der Schrift: „Die 
Herzogthümer Schleswig-Holstein in dem dänischen Gesamtstaate; 
Weimar, Juli 1856,“ wird hervorgehoben: Die Schleswig-Holstein - 
scheu Domänen hätten über llYg, die Lauenburgischen 4 V2 Mill. Thlr 
Geldwerth. [Nach einer andern Schätzung zusammen gegen 30 Mill.] 
Auch habe man eine Menge dänischer Steuern widerrechtlich einge 
führt- sie betrügen für Schleswig-Holstein netto 3V2, für Lauenburg 
V2, für Dänemark hingegen, einschliesslich des Forstertrages, wenig 
über IV2 Mül. Thlr.!) 
Militilr« Dasselbe ist ganz mit dem Dänischen verschmolzen, 
nur nominell besteht ein deutsches Bundescontingent. — Während 
des versuchten Befreiungskrieges hatten Schleswig und Holstein un 
gemeine Anstrengungen gemacht. Am 1. Januar 1850 umfasste die 
Armee :
	        
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