Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

DEUTSCHLAND  —  Nassau  (Land  und  Leute,  Finanzen).

191

Militar.  Holländische  Einrichtung.  —  Wegen  des  Liraburg’-ßchen
  Contingents  besteht  ein  Vertrag  mit  Nassau  (s.  unt.  S.  193.)
Münze,  Maasse.  In  Luxemburg  franz.  Münze.  In  Limburg  Münze,
Maasse  und  Gewicht  holländisch.

14.  üassau  (Ilcrzogtlium).
ylreoZ.  84Yg—86Y3  Q.  M.  Dezember  1852
429,060  Menschen  in  102,281  Familien  =  in  jeder  durchschnittlich ­
  4,19  Personen.
fWZAere  1831  370,374,  1843  412,271,  1849  425,686.  —  Vom
Areale  15,550  Morgen  (noch  nicht  1  Q.-M.)  Weinberge.
Confessionen:  ,ao
Protestanten  (unirt)  224,755  Mennoniten  154  Altlutheraner  103
Katholiken  195,988  Deutschkatholiken  337  Juden  6,811
Stadt  Wiesbaden  (1855)  14,499,  mit  Garnison  17,147  Einw.
Gehietsveränderungen.  Zu  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts  zeifiel
Nassau  in  zwei  Fiirstenthümer  :  Nassau-Weil  bürg  (Nassau-Diez-Dillenburg)
  und  Nassau-U  singen  (Nassau-Saarbrücken).  Das  Eiste
umfasste  48  Q.  M.  und  130,000  Menschen,  und  es  gehörten  dazu  :
Diez,  Dillenburg,  Siegen,  llerborn,  Weilburg,  dann  auf  dem  linken
Rheinufer  Kirchheimbolanden  und  Stauf.  Zu  Usingen:  Wiesbaden,
Idstein,  Lahr  und  Saarbrücken  (auf  dem  linken  Rheinufer.)  —  Die
linksrheinischen  Besitzungen  gingen  im  Luneviller  Frieden  verloren;
Usingen  büsste  20  Q.  M.  und  60,200,  Weilburg  8  Q  M  18^00
Menschen  ein.  Als  Entschädigung  erhielt  das  Erste  1803:  die  Mainzischen
  Aemter  Königstein,  Höchst,  Cronberg,  Rüdesheim,  Oberlahnstein,
  Eltville,  die  Besitzungen  des  Mainzer  Domcapitels  auf  der  rechten
Rheinseite,  das  Pfälzische  Amt  Caub,  Parcellen  von  Köln,  Hessen
.und  Trier  (Limburg)  und  die  Grafschaft  Sayn,  zusammen  36  Q.  M.
mit  92,000  Einwohnern;  —  Weilburg  aber  empfing  vom  ehemaligen
Kurfürstentlium  Trier:  Ehronbreitstein,  Montabaur,  Limbing  und  einige ­
  Abteien,  —  16  Q.  M.  und  37,000  Menschen.  —  Zur  Rheinbuiidszcit
  vereinigten  beide  Nassauische  Fürsten  ihre  Besitzungen,
eine  Vereinigung,  welche  1816  durch  das  Aussterben  der  Usingei
Linie  vollendet  ward.  Durch  Tauschvertrag  mit  Preussen  v.  31  Oct.
1815  trat  Nassau  Ehrenbreitstein  ab,  und  erhielt  dafür  Hadamar,
ferner  Diez  und  Dillenburg  zurück.  Das  jetzige  Gebiet  von  Nassau
umfasst  Bestandthoile  von  23  früheren  Staaten.
Vcrfassimg  vom  1.  September  1814,  modificirt  1848.
FiiKliiKCn.  Es  sind  jährliche  Budgets  eingeführt.  Im  Momente ­
  des  Druckes  des  gegenwärtigen  Bogens  ist  der  neue  Etat  noch
nicht  festgestcllt.  Nach  jenem  von  1855  ertrugen  die  Domänen  und
die  indirekten  Auflagen  2’929,919  il.;  zur  Deckung  des  Bedarfes  war
die  Erhebung  von  ungefähr  IV2  Mill,  an  directen  Steuern  erforderlich.
(Unter  den  Domanialeinkünften  waren:  Forsten  493,668,  Badaustalten
107,456  [zu  Wiesbaden  u.  s.  f.  werden  auch  Spielbanken  geduldet,]
            
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