Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Erstes  Buch.  Eie  Begründer.

and  causes  of  the  wealth  of  Nations  (Untersuchung  über  die  Natur
und  die  Ursachen  des  Yolksreichtums)  erschien,  wurden  die  älteren  Schriften
fast  sofort  vergessen.  Während  die  Gedanken  seiner  Vorgänger  kaum  mehr
als  ein  historisches  Interesse  erregen,  diente  von  da  an  sein  Buch  den
folgenden  Generationen  von  Nationalökonomen  als  Leitfaden  und  lieferte
ihnen  allen  den  Ausgangspunkt  ihrer  Untersuchungen.  Trotz  aller  Änderungen, ­
  die  die  Grundprinzipien  der  Wissenschaft  erlitten  haben,  könnte
auch  heute  noch  kein  Nationalökonom  den  alten  schottischen  Schriftsteller
vernachlässigen,  ohne  dadurch  seinen  wissenschaftlichen  Horizont  ganz
bedeutend  zu  verengern.
Woher  kommt  nun  diese  einzigartige  Bedeutung,  die  s  eitdem  kein
anderes  ökonomisches  Werk  erreicht  hat?  Verschiedene  Gründe  erklären
dies:
a)  Erstens  sein  großer  literarischer  Wert.  Das  Buch  Smith’s  ist  voller
Interesse,  lebendig  und  reich  an  Tatsachen.  Beständig  schneidet  er  die
für  seine  Zeitgenossen  aktuellsten  Fragen  an:  Kolonialverwaltung,  Verwaltung ­
  der  großen  Handelsgesellschaften,  Merkantilsystem,  Gildorganisation,
  Steuern.  Er  tut  dies,  indem  er  überall  in  vollständiger  Beherrschung ­
  des  wissenschaftlichen  Materials  ein  so  sicheres,  gleichmäßig  abwägendes ­
  Urteil  anwendet,  daß  er  ohne  Mühe  überzeugend  wirkt.  Die

bungen  unter  dem  Titel:  Bibliographical  Memoirs  of  Adam  Smith,  Robertson, ­
  etc.  von  Dugald  Stewart  veröffentlicht  zu  werden.  Heute  sind  wir  glücklicher.
John  Rae  hat  in  seinem  Werk:  Life  of  Adam  Smith  (London  1895,  449  Seiten)
alles,  was  wir  über  ihn,  seine  Freunde  und  seine  Umgebung  wissen  können,  zusammengestellt ­
  —  die  hier  gegebenen  Einzelheiten  sind  diesem  Buch  entnommen.  James  Bonar
hat  1894  den  „Catalogue  of  the  library  of  A.  Smith“  herausgegeben,  der  2300
Bände,  etwa  zwei  Drittel  der  Bibliothek  Smith’s  enthält.  Noch  neuzeitlicher  ist  ein
bedeutender  Beitrag  zum  Studium  der  Ideen  Smith’s.  1896  hat  nämlich  Edwin  Cannan
die:  „Lectures  on  Justice,  Police,  Revenue  and  Arms  deüvered  in  the  University
  of  Glasgow,  by  A.  Smith,  reported  by  a  Student  in  1763“,  herausgegeben  (Oxford, ­
  1896,  293  Seiten).  Es  sind  das  die  Vorlesungen,  die  Smith  über  Nationalökonomie
in  Glasgow  gehalten  hat.  Aus  Zufall  fand  ein  Londoner  Rechtsanwalt  (1876)  die  handschriftlichen ­
  Aufzeichnungen,  die  ein  Student,  wahrscheinlich  1763,  während  der  «Vorlesungen ­
  niedergeschrieben  hatte.  Er  übergab  das  Manuskript  Herrn  E.  Cannan  1895
zur  Veröffentlichung.  Diese  Entdeckung  ist  deshalb  so  besonders  wichtig,  weil  sie
uns  gestattet,  die  Ideen  A.  Smith’s  vor  seinem  Aufenthalt  in  Frankreich  und  vor  seinem
Zusammentreffen  mit  den  Physiokraten  kennen  zu  lernen.  —  Von  seinem  Wealth
of  Nations  gibt  es  zahlreiche  Ausgaben,  deren  hauptsächlichste  die  von  Buchanan,
Mac  Culloch,  Thorold  Rogers  und  Nicholson  sind.  Die  letzte  kritische  Ausgabe  ist
die  von  Cannan,  die  1904  in  London  bei  Methuen  in  zwei  Bänden  mit  wertvollen  Anmerkungen, ­
  erschien.  Ihr  sind  unsere  Zitate  entnommen.
[Der  deutsche  Text  der  angeführten  Zitate  stammt  aus  der  Ausgabe  der
M.  STiRNER’schen  Übersetzung,  auf  die  auch  die  Seitenzahlen  verweisen.  Dr.
H.  Schmidt  (Jena)  hat  sie  nach  der  oben  erwähnten  englischen  Ausgabe  von  Cannai*
herausgegeben  (Verlag  Alfred  Kröner,  Leipzig  1910).  (D.  Übers.)]
            
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