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Erstes Buch. Die Begründer.
produktiv ist, als die der Pächter und landwirtschaftlichen Arbeiter,
denn diese, sagt er, stellen nicht nur das aufgewendete Kapital mit einem
Profit wieder her, sondern bringen es sogar zuwege, dem Besitzer eine
Rente zu zahlen 1 ).
Woher diese Unsicherheit in den Gedanken Smxth’s ? Woher kommt
diese Idee einer besonderen und höheren Produktivität der Landwirt
schaft ? Es ist interessant, ihren Gründen nachzugehen, denn sie gestatten,
den Platz, den A. Smith in der Geschichte der Nationalökonomie ein
nimmt, noch genauer zu bestimmen.
Einerseits, und was man auch immer sagen möge, hat sich Smith
nicht vollständig dem Einfluß der Physiokraten entzogen. Er sagt von
ihrem System, daß es unter allen bis dahin erschienenen der Wahrheit
am nächsten komme 2 ). Er spricht von ihnen nur mit Ehrfurcht; der
Eindruck, den sie auf ihn ausgeübt hatten, ist so stark gewesen, daß er
sich nicht von einigen ihrer Ideen hat freimachen können, auch wenn sie
im Grunde genommen seiner eigenen Lehre widersprachen; dazu gehören
die folgenden: daß es zwischen der Landwirtschaft und den anderen
Industrien einen wesentlichen Unterschied gäbe, der darin besteht, daß
in der Industrie und dem Handel keine Naturkräfte auftreten, während
sie in der Landwirtschaft mit dem Menschen zusammen arbeiten. „Nie
mals kann eine gleiche Quantität produktiver Arbeit in den Manufakturen
ein ebenso großes Erzeugnis hervorbringen (wie in der Landwirtschaft). In
ihnen (den Manufakturen) tut die Natur nichts, und der Mensch
alles, und die Reproduktion richtet sich ja immer nach der Stärke der
wirkenden Ursachen, welche dabei tätig gewesen sind“ 3 ). Man glaubt
zu träumen, wenn man eine derartige Behauptung bei einem so bedeutenden
Nationalökonomen liest. Sind denn das Wasser und der Wind, die Elek
trizität und der Dampf keine Naturkräfte, die mit dem Menschen in der
Industrie zusammen arbeiten?
Aber Smith beachtet das nicht, und er wird um so mehr in seinem
Irrtum bestärkt, da dieser ihm die Erklärung einer anscheinend höchst
seltsamen Tatsache liefert, die später allen englischen Nationalökonomen
Kopfzerbrechen machen wird: die Tatsache der Bodenrente. Woher kommt
es denn, während alle anderen Produktionszweige im Allgemeinen einen
Ertrag liefern, der gerade ausreicht, um die normale Entlohnung des
*) „Pächter und Bauern bringen freilich außer dem Vorrat, womit sie unter
halten und beschäftigt werden, jährlich noch einen Reinertrag, eine freie Rente für
den Gutsherrn hervor; und wie eine Ehe, welche drei Kinder bringt, ohne Zweifel
produktiver ist als eine Ehe, die deren nur zwei hat, so ist allerdings auch die Arbeit
der Pächter und Bauern produktiver als die der Kaufleute und Gewerbetreibenden.
Allein das stärkere Produkt der einen Klasse macht doch die andere nicht unfruchtbar
oder unproduktiv“ (II, S. 152, B. IV, Kap. IX).
2 ) II, S. 154, B. IV, Kap. IX.
3 ) I, S. 213/214. B. II, Kap. V.