Full text : Die Frau und die Arbeit

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liehen  Beziehungen  entstanden  sind.  Uns  Frauen  wird  niemals ­
  der  Gedanke  kommen:  „Werft  Menschenleiber  hin,
um  die  Sache  zum  Austrag  zu  bringen.“  Schiedsspruch
und  Entschädigungen  würden  uns  so  naturgemäß  als  das
billigere  und  einfachere  Mittel  erscheinen,  die  Spaltungen
in  den  nationalen  Beziehungen  zu  überbrücken,  wie  es  dem
Bildhauer  natürlich  ist,  alles  andere  eher  hinzuwerfen  als
Statuen,  obwohl  er  zuletzt  auch  dazu  getrieben  werden
kann!
Es  ist  dies  einer  der  nicht  sehr  zahlreichen,  aber  äußerst
wichtigen  Punkte  im  menschlichen  Leben,  in  welchen  der
Mann  als  Mann  und  die  Frau  als  Frau,  bloß  auf  Grund
der  Verschiedenheit  ihrer  geschlechtlichen  Funktionen  in
bezug  auf  die  Fortpflanzung,  auf  einem  einigermaßen  verschiedenen ­
  Standpunkt  stehen  und  stehen  müssen.  Der
physische  Schöpfungsakt  von  Menschenleben,  der,  soweit
der  Mann  daran  beteiligt  ist,  nur  in  wenigen  Momenten
physischen  Genusses  besteht,  bedeutet  für  die  Frau  immer
Monate  der  Last  und  körperlicher  Leiden,  die  in  Lebensgefahr ­
  gipfeln.  Für  den  Mann  ist  Leben  zeugen  Lust,  für  die
Frau  Blut,  Angst  und  manchmal  Tod.  Hier  berühren  wir
einen  der  wenigen,  aber  bedeutsamen  Unterschiede  zwischen ­
  Mann  und  Frau  als  solche.
Die  zwanzigtausend  Männer,  die  vorzeitig  auf  dem
Schlachtfeld  fallen,  bedeuten  für  die  Frauen  ihres  Volkes
zwanzigtausend  menschliche  Wesen,  die  sie  durch  Monate
tragen,  unter  Qualen  gebären,  an  ihrer  Brust  nähren  und
unter  Mühen  aufziehen  müssen,  wenn  die  Zahl  ihres  Stammes ­
  und  die  Stärke  ihres  Volkes  erhalten  bleiben  soll.  Bei
Völkern,  die  fortwährend  Krieg  führen,  ist  den  Frauen
fortwährendes,  ununterbrochenes  Kindergebären  durch  den
Krieg  auferlegt,  wenn  der  Staat  weiterbestehen  soll.  Und
wann  immer  Kriege  Vorkommen,  muß,  wenn  die  Bevölkerungszahl ­
  erhalten  bleiben  soll,  die  Zahl  der  Geburten  zunehmen. ­
  Das  bedeutet  für  die  Frauen  als  solche  eine  Kriegs-
            
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