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darin vertreten sind, wird die Antwort nicht nur eine an
dere, sondern in manchen Fällen eine direkt entgegenge
setzte sein. Hier gelangen wir zu dem sehr beschränkten,
aber wichtigen Gebiet, wo das Geschlecht als solches eine
offenkundige Rolle spielt, wo der Mann als Mann und die
Frau als Frau je ihre Erfahrungen und Begriffe haben, die
nicht gemeinsam sind, hier kann das eine Geschlecht das
andere nicht entsprechend vertreten. Hier ist es, wo jedes
Geschlecht etwas grundlegend Verschiedenes zu dem Wis
sen der Menschheit beizutragen hat.
Wir erklären heute jede Arbeit für unser Gebiet! Wir
suchen in die geschlechtlichen Gebiete geistiger und phy
sischer Arbeit einzudringen, weil wir nicht zu erkennen ver
mögen, daß das Geschlecht hier irgendeine trennende
Schranke aufrichtet, welche uns ausschließen würde. Und
wir sind ebenso entschlossen, jene Gebiete zu betreten, in
denen die Geschlechtsverschiedenheit eine Rolle spielt,
weil gerade hier die Frau, die Gebärerin der Menschheit,
an der Seite des Mannes, des Zeugenden, zu stehen hat,
wenn es eine vollkommenere menschliche Erkenntnis, eine
Einsicht, die das Menschenleben von allen Standpunkten
betrachtet, und ein Streben, das im Einklang mit allem
Erkennen und allen Instinkten der menschlichen Rasse
steht, je geben soll. Hier kann der Mann nicht für die
Frau und die Frau nicht für den Mann handeln, sondern
beide müssen zusammen wirken. Hier hat jede Hälfte der
Menschheit, so nahe und ununterscheidbar sie sonst ver
schmolzen sind, ihren eigenen Teil zu der Gesamtsumme
menschlicher Erkenntnis und menschlichen Wissens beizu
tragen. Weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne
die Frau vertritt die menschliche Vernunft voll und ganz.
Darum fordern wir heute alle Arbeit als un
ser Gebiet! Jene weiten Gebiete, auf denen das Ge
schlecht keine Rolle zu spielen scheint, und ebenso jene
begrenzteren, auf denen es eine Rolle spielt.