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Massen derartiger Arbeiter hervorzubringen. Wir haben
schon durchweg in der modernen zivilisierten Welt einen
Punkt erreicht, an dem nicht mehr ein Bedarf nach mensch
lichen Geschöpfen besteht, die im großen ganzen nur als
Lasttiere verwendet werden, sondern eher und ausschließ
lich nach Individuen, die sich durch ihre Erziehung und
Bildung zur Verrichtung der komplizierten Pflichten des
modernen Lebens eignen. Was wir gegenwärtig brauchen,
sind nicht mehr viele Menschen, sondern lieber wenige,
aber diese wenigen wohlentwickelt von Geburt und durch
Erziehung.
Die Frau, die heute zwölf Kinder zur Welt bringt und
säugt und sie dann ihrer Gemeinde oder der Familie über
läßt, wird mit Recht als ein Fluch und Schädling, nicht als
eine produktive Kraft dieser Gesellschaft betrachtet wer
den. Tatsächlich ist es in der modernen Welt so schwer
und kostspielig geworden, auch nur ein Individuum so auf
zuziehen und auszubilden, wie es der Kampf mit den Kom
pliziertheiten und Schwierigkeiten unseres Daseins erfor
dert, daß sowohl für Familie als Staat grenzenlose Frucht
barkeit der Frau in der Mehrzahl der Fälle ein nicht gut
zumachendes Übel bedeutet. Der Handarbeiter, der mit
größten Opfern seine Kinder bis zum zwölften oder vier
zehnten Jahr erhalten und erziehen muß, wenn sie sich
nur irgendwie als Arbeiter fortbringen sollen, bricht,
wenn die Familie groß ist, oft unter der Last zusammen
und muß seine Sprößlinge zu verwahrlosten, ununterrich
teten, unnützen Geschöpfen werden lassen. Für den Mann
der gebildeten Stände, der gezwmngen ist, durch geistige
Arbeit mit riesigen Kosten seine Söhne, bis sie zwanzig
Jahre und darüber sind, zu verpflegen und auszubilden und
die Töchter oft, wenn sie nicht heiraten, ihr Leben lang
zu erhalten, ist eine große Familie nicht weniger verhäng
nisvoll. Der Staat aber, dessen Frauen unbekümmert große
Massen von Individuen gebären, mehr als sie zu ernähren