Full text: Die Frau und die Arbeit

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In streng logische Form gebracht, ist unsere Forde 
rung: Wir verlangen nicht, daß das Rad der Zeit sich 
zurückdrehe oder der Strom des Lebens nach rückwärts 
fließe. Wir verlangen nicht, daß unsere alten Spinnräder 
wieder hergestellt und in unsere Hände gelegt werden sol 
len; wir verlangen nicht, daß unsere alten Mühlsteine und 
Harken uns wiedergegeben werden, oder daß der Mann 
wieder ganz in sein altes Bereich von Krieg und Jagd 
zurückkehre und uns alle häusliche und bürgerliche Arbeit 
überlasse. Wir fordern nicht einmal, daß die Gesellschaft 
sich unmittelbar so umgestalte, daß jede Frau wieder Kin 
der gebären kann (so tief und überwältigend die Sehn 
sucht nach Mutterschaft in jedem reifen weiblichen Herzen 
lebt!), noch fordern wir, daß die Kinder, die wir zur Welt 
bringen, wieder ausschließlich unserer Erziehung über 
lassen bleiben sollen. Wir wissen, daß das alles nicht sein 
kann. Die Lebensbedingungen der Vergangenheit sind tot 
für uns; kein Menschenwille kann sie wiedererwecken. 
Aber dieses ist unsere Forderung: In dieser neuen frem 
den Welt, die gleicherweise für Männer und Frauen 
erstanden ist, wo nichts ist; wie es war und alle Dinge 
neue Gestalt und neue Beziehungen annehmen, in dieser 
neuen Welt wollen auch wir unsern Teil ehrenvoller und 
sozial nützlicher Tätigkeit erhalten, die volle Hälfte der 
Arbeit aller, die vom Weibe geboren sind. Wir fordern 
nichts mehr als dies und werden uns mit nichts weniger 
zufrieden geben. Dies ist unser „Frauenrecht“ 1
	        
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