Full text: Die Frau und die Arbeit

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II. PARASITISMUS 
W erden in Zukunft Maschinen und die gefesselten Na 
turkräfte bei der Erzeugung der Nahrung und Klei 
dung der Nationen die Stelle von Menschenhänden ver 
treten und diese Industriezweige nicht länger die häusliche 
Arbeit bilden? Nun, dann fordern wir in der Fabrik, im 
Warenhaus, auf allen Gebieten, wo immer die Maschine von 
unseren alten Arbeitsfeldern Besitz ergriffen hat, unseren 
Platz als Leiter, Aufseher, Besitzer. Wird Kindergebären 
nur mehr die Aufgabe eines Teiles unseres Geschlechtes 
bilden? Nun, dann fordern wir für jene unter uns, die zu 
gestandenermaßen nicht daran Teil haben, Ersatz und 
gleich ehrenvolle und wichtige Felder sozialer Arbeit. Wird 
die Aufzucht menschlicher Wesen eine immer beschwer 
lichere und mühevollere Aufgabe, ihre Erziehung und Bil 
dung immer mehr eine hohe, Vielseitigkeit und Wissen er 
fordernde Kunst? Ist es so, dann fordern wir diese hohe 
und vielseitige Bildung und Erziehung, die uns befähigt, 
das Geschlecht, das wir zur Welt bringen, auch zu erziehen. 
Wird die Notwendigkeit, Kinder in die Welt zu setzen, sich 
so verringern, daß selbst jene unter uns, die Gebärerinnen 
sind, nicht mehr als ein halb Dutzend von den siebenzig 
Jahren eines menschlichen Lebens damit ausfüllen? Nun, 
dann fordern wir andere Gelegenheit zur Betätigung, 
um die übrige Zahl der Jahre mit Würde und Wert zu 
erfüllen. Wird geistige Arbeit immer mehr und in höherem 
Grade an Stelle roher Muskelkraft treten? Nun, dann 
fordern wir Bildung und Handlungsfreiheit, die allein uns 
Lebenserkenntnis und geistige Kraft und Stärke geben, uns 
befähigen können, denselben Teil der geistigen Arbeit 
auf uns zu nehmen, den wir früher an physischer Arbeit 
im Leben verrichtet haben. Werden künftig nicht mehr 
Könige und Königinnen, sondern die Massen der Völker 
die Beherrscher des Menschengeschlechts sein ? Dann for-
	        
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