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dem wir, als die Hälfte de6 Volkes, unseren vollen Köni
ginnenanteil an den Pflichten und der Arbeit der Regie
rung und Gesetzgebung. Langsam, aber sicher, so
wie die alten Arbeitsfelder sich verschließen
und hinter uns versinken, fordern wir den Ein
tritt in die neuen.
Wir erheben diese Forderung nicht allein um unsert
willen, sondern zum Wohle der Menschheit.
Ein Reiter, der allein in finsterer Nacht durch unbekann
tes Land reist, dem mag es geschehen, daß er plötzlich
sein Pferd unter sich scheuen fühlt, ja, daß es sich auf
bäumt und ihn fast zur Erde schleudert. In der Finsternis
wird er dem Tiere fluchen und meinen, es wolle ihn ein
fach abwerfen, um sich für immer von seiner Last zu be
freien. Aber, wenn dann der Morgen anbricht und die Hü
gel und Täler beleuchtet, die er durchwandert hat, wird
er rückwärts blickend erkennen, daß die Stelle, an der
sein Tier gescheut hat, an der es wie festgenagelt stehen
blieb und an der es sich weigerte, auf dem alten Weg zu
bleiben, tatsächlich der Rand eines gewaltigen Abgrunds
war. Ein Schritt weiter, und Roß und Reiter wären hinab
gestürzt. Und er wird sich sagen, daß ein Instinkt, weiser
als sein eigener, das Tier im Dunkel geleitet hatte, es zu
rückweichen und einen neuen Pfad suchen ließ, auf dem
sie beide vorwärts konnten.*
In der Verwirrung und der Dunkelheit der Gegenwart
mag es manchem scheinen, daß die Frau in ihrem Stre
ben nach neuen Wegen und Arbeitsgebieten nur von un
verantwortlichem Impuls getrieben sei, oder daß sie selbst
süchtig nur ihren eigenen Vorteil im Auge habe auf
Kosten der Menschheit, für deren Gedeihen sie so lang
und treulich gesorgt hat. Aber, wenn eine hellere Zu
kunft anbricht und die verdunkelnden Nebel der Gegen-
* Wird nicht berichtet, daß selbst der Esel, den Bileam ritt, den Engel
mit dem feurigen Schwert sah, nicht aber Bileam selbst?