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oder Nachteil, der Mann muß im allgemeinen entweder
Verstand oder Muskeln anstrengen oder aber sterben.
Die Stellung der unbeschäftigten Frau im modernen Le
ben ist eine weit andere. Für sie ist die Wahl, nachdem die
alten Felder häuslicher Arbeit ihr entglitten sind, in der
Regel oder oftmals nicht die zwischen neuen Arbeitsfel
dern oder dem Tod, sondern eine in ihrer weittragenden
Bedeutung für die Menschheit als Ganzes noch viel ern
stere: es ist die Wahl, neue Arbeitsformen zu finden oder
aber langsam hinabzusinken in einen Zustand des mehr
oder weniger vollständigen passiven Geschlechtspara
sitismus.* Wieder und wieder hat sich in der Geschichte
* Es ist von hohem Interesse, die verschiedenen Phänomene von Ge
schlechtsparasitismus in der Tierwelt zu betrachten, sowohl bei Männ
chen als Weibchen. Obwohl in der größeren Zahl von Spezies in der
Tierwelt die Weibchen größer und stärker als die Männchen sind (z. B.
unter den Raubvögeln, bei Adlern, Falken, Geiern etc.), erscheint der
Geschlechtsparasitismus bei beiden Geschlechtern. Bei gewissen See
tieren beispielsweise tragen die Weibchen in den Falten ihrer Um
hüllung drei oder vier winzige, ganz bewegungslose Männchen, die voll
ständig passiv und von ihnen abhängig sind. Unter den Termiten anderer
seits ist das Weibchen so degeneriert, daß es alle Fähigkeit, sich fortzu
bewegen, verloren hat, weder für seine eigene noch für die Nahrung der
Jungen sorgen, sich nicht verteidigen, nicht einmal sich reinigen kann.
Es ist ein bloßer unbeweglicher, ausgedehnter Eiersack ohne Intelligenz
oder Aktivität und lebt mitsamt seinen Jungen nur von der Tätigkeit der
Arbeiter der Gemeinschaft. Unter anderen Insekten, z. B. gewissen
Zecken, herrscht ebenfalls eine Art Parasitismus der Weibchen vor.
Während das Männchen ein entwickeltes, sehr lebhaftes, beflügeltes Tier
chen ist, hat das Weibchen, das sich mit dem Kopf in das Fleisch leben
der Tiere festheftet und deren Blut aussaugt, die Flügel und alle Beweg
lichkeit verloren. Es ist zu einer bloßen aufgeblähten Blase geworden,
die, sobald sie mit Eiern gefüllt ist, zerplatzt und damit seine parasitische
Existenz, die kaum je Leben war, beendet. Es ist nicht unwahrscheinlich,
daß eben diese Degeneration und der Parasitismus der Weibchen auch
der Entwicklung der Ameisen Grenzen gesetzt hat, dieser Geschöpfe, die
in mancher Beziehung eine fast ebenso hohe geistige Entwicklung wie
der Mensch erreicht haben und doch merkwürdig unveränderlich stationär
geblieben sind. Die ganze Frage des Geschlechtsparasitismus unter den
Tieren würde vielsagende, lehrreiche Schlaglichter auf menschliche So
zialprobleme werfen; aber sie ist zu ausgedehnt, um hier darauf eingehen
zu können.