5 Schrei Her, Die Frau
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geworden, daß Generationen parasitischer Frauen ihm
vorangegangen sind. Ist solch ein Mann auch als Produkt
eines noch fortgeschritteneren Verfalls nocj^abstoßender als
die parasitische Frau, so ist es doch das Parfüm aus dem
Boudoir seiner Mutter, das uns aus seinem Haar entgegenduftet.
Wie die kahlen Stellen und die verfaulte Wolle am
Rücken eines räudigen Schafes, welche anzeigen, daß tief
unter der Hautoberfläche sich ein schmarotzendes Insekt in
das Fleisch eingefressen hat, sind diese Männer nicht so sehr
die Ursachen des Übels als seine Erkennungszeichen.
Wie gesagt, das menschliche Weib prägt sein eigenes
Wesen der männlichen und weiblichen Nachkommenschaft
nicht nur durch Keimvererbung und den Einfluß in der
Zeit der Schwangerschaft auf, sondern durch die geistige
Atmosphäre, die es bereitet und in der das Kind die frühesten
eindrucksfähigsten Jahre verbringt; dies ist es, warum
die Lebensverhältnisse der kindergebärenden Frauen
zu einem höchsten Interesse der Menschheit werden. Diese
Tatsache macht, daß selbst die Prostitution, die in vielen
anderen Beziehungen die abstoßendste aller Formen des
weiblichen Schmarotzertums ist, vielleicht dem Fortschritt
und selbst der Erhaltung einer gesunden, kräftigen Gesellschaft
nicht abträglicher ist als der Parasitismus der gebärenden
Frauen. Denn die Prostituierte, so schwer sie
auch die Gesellschaft belastet, der sie für ihren Unterhalt
nichts als Krankheit, geistigen und sittlichen Zerfall
bietet, greift doch nicht so unmittelbar in die kommende
Generation ein, als die ausgehaltene Ehefrau oder Maitresse,
die ihr kraftloses Bild unauslöschlich dem folgenden
Geschlecht einprägt *.
* Man kann es nicht oft genug wiederholen, daß die Frau, die nur
Kinder zur Welt bringt und es dann andern überläßt, sie zu nähren und
großzuziehen, nicht einmal die Hälfte der Arbeit geleistet hat, die die
Schaffung eines menschlichen Wesens bedeutet. In diesem Fall ist es
die Amme und die Pflegerin, nicht die Mutter, die die wichtigste Arbeit
leistet.