Full text : Die Frau und die Arbeit

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Diese  Besonderheiten  ihres  Zustandes  haben  in  allen
zivilisierten  Gemeinwesen  die  Frauen  früher,  und  ernstlicher ­
  den  Angriffen  des  Parasitismus  ausgesetzt  als  die
Männer,  und  während  die  Akkumulierung  von  Reichtümern
immer  die  Voraussetzung  war  und  die  Degenerierung  und
Erschöpfung  des  Mannes  die  endliche  und  sichtbare  Ursache ­
  des  Verfalls  großer  Rassen  der  Vergangenheit,  lag
doch  immer  zwischen  diesen  beiden  Phänomenen  als  Mittelglied ­
  der  Parasitismus  der  Frauen,  ohne  welchen  die  erste
Tatsache  unwirksam  und  die  zweite  unmöglich  geworden
wäre.
selbst  durch  die  Tätigkeit  von  Militär,  Polizei,  Gerichten  und  Gesellschaft
geschützt  wird;  fast  ausnahmslos  liebt  er  es,  ein  Schwert  oder  irgend
eine  andere  Waffe  an  der  Seite  baumeln  zu  haben  und  irgendeine  Uniform ­
  zu  tragen;  denn  die  Anmaßung  des  Militarismus,  ohne  dessen  ernste
Arbeit,  ist  ihm  Wonne.  In  einer  entarteten  Travestie  der  alten  Jagd
(durch  die  seine  Ahnherren  mit  Gefahr  ihres  Lebens  und  unter  männlichen ­
  Strapazen  ihr  Volk  mit  Nahrung  versorgten  und  vor  dem  Angriff
wilder  Tiere  schützten)  findet  er  seine  Hauptbefriedigung.  Sie  verhilft
ihm  dazu,  ihn  und  andere  die  Herabgekommenheit  und  Nutzlosigkeit
seiner  Existenz  weniger  deutlich  erkennen  zu  lassen,  als  wenn  er  sein  Leben ­
  im  Lehnstuhl  verbrächte.  In  den  Mooren  von  Yorkshire  kann  man
Rasenwälle  aufgerichtet  sehen,  hinter  denen  sich  männliche  Gestalten
verbergen,  während  von  Sonnenaufgang  an  Leute  unermüdlich  tätig
sind,  ihnen  Vögel  zuzutreiben.  Wenn  die  Vögel  herbeigetrieben  sind,  erheben ­
  die  Jäger  hinter  dem  Wall  ihre  Waffe,  und  der  Vogel,  den  aufzuscheuchen ­
  und  herzuschaffen  soviel  Mühe  gekostet  hat,  fällt  tot  zu
ihren  Füßen,  und  damit  erhöht  sich  großartig  der  Ruhm  des  Jägers,  der
nach  den  Mühen  der  Jagd  zur  Stadt  heimgekehrt,  seine  Jagdtasche  vorweist. ­
  Fast  glaubt  man,  aus  dem  Heideboden  die  Geister  der  alten  teutonischen ­
  Ahnen,  deren  Staub  hier  lange  geruht,  sich  erheben  und  verächtlich ­
  mit  den  Fingern  auf  ihre  degenerierten  Nachkommen  weisen  zu  sehn,
die  da  hinter  ihrem  Erdwall  hervorlugen.  Zur  Zeit  des  spätem  römischen
Kaiserreichs,  in  den  Tagen  des  Verfalls,  ließCommodusmitgroßenKosten
wilde  Tiere  aus  fernen  Ländern  kommen,  um  sich  den  Ruhm  zu  verschaffen, ­
  sie  im  römischen  Zirkus  zu  erschlagen,  und  er  ließ  Medaillen  prägen,
die  ihn  als  Herkules  im  Kampf  mit  dem  nemeischen  Löwen  darstellten.
Es  ist  uns  bisher  auf  dem  Gebiete  der  Plastik  noch  keine  Darstellung
des  Jagdhelden  hinter  dem  Rasenwall  bekannt;  aber  die  Weltgeschichte
wiederholt  sich,  und  so  mag  auch  das  noch  kommen.  Es  ist  bemerkenswert, ­
  daß  diese  Jäger  nicht  etwa  Jungens  sind,  sondern  oft  vollkommen
reife  Männer,  vor  denen  alle  hohen  Genüsse  und  Beschäftigungen  des
modernen  Lebens  offen  liegen.
            
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