Full text: Der Brotwucher

54 Von den Hanımerbrotwerken und ihrem Funktionswandel. 
um die Männer, die — natlirliH um der guten Sache willen, 
wie denn nicht?. — für das Intereffe der Partei fih „opferten“, für 
immer zu fompromittieren und als zum Betrieb gemeinnüßiger Wirt- 
jQaften untauglid erfheinen zu laffen. Einftweilen aber Jhwamm Haus 
im SGlüd und das war fein Dummfopf wie jener Märchen-Hans, fon: 
dern ein mit allen Salben gejmierter, geriebener und geriffener Junge, 
dem vor nicht3 graufte,. Zwar gaben die Geldverlegenheiten anfangs 
noch zu fOaffen, aber man fchaffte e& und richtete fih’3. Die eine 
Zeitlang erwogene und offiziell Kühn geleugnete Abfiht des Verkaufes 
der Hammerbrotwerke wurde wieder aufgegeben und bloß die Mühle 
verpachtet. Denn einige Senoffen, welchen das SGewifjen JAlug, waren 
nicht mit Unrecht der Meinung, daß die Noftoßung der Hammerbrot: 
werfe mit ihrer unglücjeligen, verpfulchten Betriebsanlage für die Partei 
da befte wäre und die Kriegszeit bot Hiezw eine gute Gelegenheit. 
Waren doch die Zwiebadlieferungen für die Armee mangel3 ausreichen- 
den BetriebSfapital® aufangs nur fchwer zu bewerkfftelligen gewefen, jo daß 
man Öfter$ zu verzweifelten Modalitäten greifen mußte, um fie fort- 
jeben zu fönnen. Zwar befjerte fih dies in der Folge, da die üppigen 
Gewinne immer reichliher floffen, allein die vollftändige Loslöfung der 
Partei von dem Unternehmen, dag doch nur Verlegenheiten bereitet 
hatte und die Partei immer mehr zu Forrumpieren drohte, erfchien als 
praftifabler Auzweg, den zu betreten das Interefje der Partei (aber 
auch der Senofjenfhaft3bewegung, die auf gefährliche Bahnen gedrängt 
worden) in hohem Maße gebot. Inzwijchen Hatten aber die Leiter der 
Hammerbrotwerke an den Kriegsgewinnen Sejhmacd gefunden und wie 
der Tiger, der Blut geleckt, ließen fie fihH von dem fetten SGejchäft 
nicht mehr wegbringen. €3 ifjt bekannt, daß nicht zulegt diejes BVBer- 
halten der führenden Funktionäre den SGenofjen Dr. Fri Adler in 
heftigen Konflikt mit der Partei brachte und daß er anläßlich feines 
ProzefjeS in feinen Ausfjagen beim Verhör vor der Polizei wie in feiner 
Verteidigungsrede vor Gericht hierüber die fchwerften AUnklagen gegen 
den Parteivorftand erhob, aus welchen jeine Verachtung der Gammer- 
brotgefchäfte, die jener nicht aufaeben wollte, mit beißender Schärfe 
hervorging. 
Über die berühmten BZwiebacklieferungen wurde natürlich ebenjowenig 
Rechnung gelegt wie über andere Gefchäfte und Transaktionen. Bis Ende 
1916 Hatte man nach einer undementierten Meldung dem Ärar für 
20 Millionen Kronen Zwieback geliefert. Daz Gefchäft rentierte glänzend 
und als es {chließlihH zum Bedauern der Kriegsgewinner zu Ende ging,
	        
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