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Die Finanzwirtsehaft während des Krieges usw.
Auch bei späteren Inflationserscheinungen standen die Geldvermehrungen
noch im Vordergrund. So vor allem in jener Zeit
der österreichischen Finanzpolitik, die dem Staatshankrott von 1811
vorausging, obwohl die Umwandlung der Noten in Anleihen an
Bedeutung zugenommen hatte. Bei dem andersgearteten und ausgebildeten
Kredit- und Zahlungsverkehr Englands trat schon in
der Restriktionsperiode von 1797—1819 der Notenumlauf gegenüber
dem Buchkredit und den Anleihen stärker zurück. Letztere
gewannen durch die rasch vor sich gehende Ausbildung und Verfeinerung
des Staatskredits in den folgenden Jahrzehnten immer
größere Bedeutung. Die Folge war, daß während der amerikanischen
Inflationsperiode nach dem Bürgerkrieg von 1861—1865 und
während der österreichischen Finanzlage von 1848—1875 die reinen
Geldvermehrungen zurücktreten und die eigentlichen Zahlungsmittel
eine ganz andere Rolle als früher bei den Law sehen Geldschöpfungen
spielen. Aber trotz der angedeuteten anderen Formen,
in denen sich die Inflation offenbaren (Buchkredite), und in denen
sie einen anderen Charakter annehmen kann (Bankeinlagen und
Anleihen) ist der Begriff der Inflation bis in die Gegenwart hinein
vielfach an der ,,Geld“vermehrung oder sogar an der Notenvermehrung
kleben geblieben 1 ).
4. Was insbesondere den Notenumlauf in Deutschland während
des Krieges anlangt, so darf man nicht übersehen, daß sich das
Verhältnis der Noten zur Inflation in dem Augenblick ändert, in
dem die die neue Kaufkraft des Reiches verkörpernde Note auf
den Empfänger der Zahlungen übergegangen ist. Wie in den folgenden
Abschnitten im einzelnen noch auszuführen ist, kann der
Zahlungsempfänger mit der ihm übergebenen Note mancherlei
beginnen (Güter oder Dienstleistungen kaufen, Kosten bezahlen,
Kriegsanleihe oder Schatzanweisungen erwerben, Einzahlungen bei
Banken und Sparkassen machen oder Wertpapiere an der Börse
J ) Vgl. Dalberg, Die Entwertung des Geldes, Berlin 1918. S. 20. Auf S. 39ff.
werden die hiervon abweichenden Auffassungen von Lief mann und Bendixen
besprochen. Auch Bosenberg, Valutafragen, Wien 1918, spricht in
seiner sonst klaren und lehrreichen Schrift stets von dem Geldumlauf, von
dem „uneinlöslichen Papiergeld, das eine außerordentlich preissteigernde Wirkung
auf die Warengüter ausüben müsse“ (S. 10). Dabei gibt Bosenberg eine
gute Übersieht über die Wandlungen der Quantitätstheorie und vor allem
über den historischen Verlauf früherer Inflationsperioden, wobei er u. a. richtig
auseinandersetzt (S. 13), daß es letzthin der Staatskredit sei, der die Erscheinungen
hervorgtrufen habe.