Full text : Inflation und Geldentwertung

V  oi'bemerkung.

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nicht  gefolgt  war,  herausgebildet;  es  war  eine  Inflation  entstanden,
eine  Aufblähung  der  später  noch  genauer  zu  umschreibenden
Kaufkraftmengen  der  Einzelwirtschaften  gegenüber  einem
nicht  in  gleichem  Maße  gestiegenen.  Gütervorrat.
Darauf,  daß  herkömmlicherweise  unter  Inflation  eine  Aufblähung ­
  des  Geldumlaufes  verstanden  wird,  wird  noch  zurückzukommen ­
  sein.  Hier  sei  zunächst  nur  bemerkt,  daß  der  Begriff
Geld  in  sehr  verschiedenem  Sinne  aufgefaßt  wird:  als  Zahlungsmittel
gleich  Noten,  als  Zahlungsmittel  einschließlich  Kreditgeld  oder
Giralgeld,  oder  endlich  als  alles  das,  was  als  Geld  gilt.  Auch
abgesehen  von  diesen  Schwankungen  in  den  Abgrenzungen  des
Begriffes  Geld  wird  im  folgenden  an  dem  Begriff:  Kaufkraft  der
Einzelwirtschaften  festgehalten  aus  Gründen,  die  noch  zu  besprechen ­
  sind.
2.  Die  Tatsache,  daß  eine  Inflation  in  diesem  Sinne  eingetreten
ist  und  besteht,  gibt  aber  noch  nicht  darüber  Auskunft,  wie  die
vergrößerte  und  aufgeblähte  Kaufkraftmenge  auf  die  Preisgestaltung ­
  einwirkt  und  eingewirkt  hat.  Man  darf  sich  diese  Einwirkung ­
  nicht  —  wie  das  auch  schon  die  alten  Geldtheoretiker  hervorgehoben ­
  haben  —  als  etwas  Mechanisches  oder  Selbsttätiges  vorstellen. ­
  Etwa  so:  daß  einer  Verdoppelung  der  Kaufkraft  der  Einzelwirtschaften ­
  nun  auch  eine  Erhöhung  aller  Preise  um  das  Doppelte
folgen  oder  entsprechen  müsse.  Die  gesteigerte  Kaufkraft  kommt
selbstverständlich  nur  dadurch  zur  Wirkung  auf  die  Preise,  daß
sich  die  gehobene  Fähigkeit,  Waren  zu  kaufen,  in  eine  Kaufabsicht,
einen  Kaufwillen  des  Käufers  umsetzt  und  mit  dem  Anbieter  der
nur  in  geringer  Menge  vorhandenen  Ware  feilscht,  den  Preis  erhöht
oder  dessen  Preisforderung  annehmbar  macht.  Dieser  Kaufwille,
im  einzelnen  von  der  Dringlichkeit  der  zu  befriedigenden  Bedürfnisse ­
  bestimmt,  fand  in  der  behördlich  geregelten  deutschen  Kriegswirtschaft ­
  einen  mächtigen  Ansporn  durch  die  nur  knapp  bemessene
Zuteilung  von  Lebensmitteln  und  Bedarfsartikeln  sowie  durch  das
privatwirtschaftliche  Bestreben  zahlreicher  Personen,  an  der  reichlichen ­
  Gewinn  abwerfenden  Erzeugung  von  Kriegsmaterial  teilzunehmen ­
  oder  allgemein  aus  den  in  Aussicht  stehenden  Preissteigerungen ­
  durch  Handel  und  Spekulation  Nutzen  zu  ziehen.  Ausführungen ­
  wie:  die  Geldvermehrung  ist  die  Ursache  der  Preis-Entscheidende.
  Im  weiteren  Verlauf  seiner  Ausführungen  läßt  auch  Lief  mann
die  Güter  durch  die  Einkommen  kaufen;  vgl.  Anmerkung  auf  S.  17.
I*
            
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