fullscreen : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

338  Photographische  Trockenplatten

Photographische  Papiere

ist  ein  zur  Herstellung  von  photographischen  Vergrößerungen ­
  sowie  auch  zu  Kontaktkopien  geeignetes ­
  Sondererzeugnis  der  „Vereinigten  Fabriken ­
  Photographischer  Papiere“  in  Dresden.
Dieses  Papier  zeichnet  sich  vornehmlich  durch
hohe  Empfindlichkeit,  gleichmäßige  Präparation,
hohe  Brillanz  und  reiche  'Tonabstufung  der  darauf ­
  erzeugten  Bilder  aus.  Einen  besonderen
Vorzug  bietet  dieses  Papier  durch  die  der  Emulsion ­
  beigefügte  Stärke,  wodurch  die  Schicht  eine
außerordentliche  Aufnahmefähigkeit  für  Farben
gewinnt  und  somit  das  Bemalen  sehr  erleichtert.
Dieses  Papier  wird  auch  abziehbar  geliefert.
Das  darauf  erzeugte  Bild  -kann  also  auf  eine  beliebige ­
  Fläche  aufgequetscht  werden,  während
sich  nach  dem  Trocknen  das  Papier  abziehen
läßt  und  das  Bild  'auf  der  neuen  Unterlage  verbleibt. ­
  Ebenso  lassen  sich  >auch  von  diesem  Papier ­
  nach  kleinen  Diapositiven  vergrößerte  Negative ­
  herstellen,  die  man  auf  Glas  aufquetscht.  —
„Eka-Gas“,  ein  weiteres  Erzeugnis  der  Vereinigten ­
  Fabriken  Photographischer  Papiere  in
Dresden,  wird  genau  wie  Schwerter-Brorasilberpapier
  behandelt.  Die  Oberfläche  wird  in  Matt,
Halbmatt  und  Glänzend  hergestellL  Die  Sorte
„Matt“  zeichnet  sich  durch  ihre  sammetartige
Oberfläche  aus.  Das  Papier  wird  in  den  Sorten
mittelstark,  glatt  und  kartonstark,  glatt  in  weiß
und  chamois  geliefert.  Seine  Emulsion  ist
hochempfindlich,  so  daß  es  nur  bei  rotem
Licht  verarbeitet  werden  darf.  —  „Celoton“
der  gleichen  Firma  ist  ein  ähnliches  Erzeugnis.
Es  \vird  in  zwei  Arten  hergestellt,  Normal  (normal ­
  empfindlich)  und  Hart  (gering  empfindlich
und  hart  arbeitend).  Die  Sorte  „Normal“  wird
für  Negative  von  gewöhnlicher  Beschaffenheit,
die  Sorte  „Hart“  für  dünne,  weiche  Negative  verwandt. ­
  Das  Papier  zeichnet  sich  durch  einen
schönen  warmschwarzep  Ton  aus.  Auch  diese
Papiere  werden  in  Matt  und  Halbmatt,  in  weiß
und  chamois  sowie  weiß  in  glänzend  hergestellt.
—  „Schwerter“-Negativpapier  ist  die  Bezeichnung ­
  für  ein  photographisches  lichtempfindliches ­
  Papier  der  gleichen  Firma,  das  zur  Herstellung ­
  großer  Negative  nach  kleinen  Diapositiven ­
  benutzt  wird  und  aus  einer  Bromsilbergelatine-Stärkeschicht
  besteht.  Die  Vorzüge  dieses
Papiers  bestehen  darin,  daß  es  die  Benutzung  der
kostspieligen  und  leicht  zerbrechlichen  Glasplatten ­
  entbehrlich  macht,  einen  sehr  gleichmäßigen ­
  Emulsionsauftrag  besitzt,  mit  leichter
Mühe  die  Erzielung  jeder  Kraft  gestattet,  ein
feines  Korn  in  der  Papiermasse  zeigt,  jede  Stiftretusche ­
  mit  Leichtigkeit  annimmt  und  sich
außerordentlich  gut  mit  dem  Schaber  bearbeiten
läßt.  Die  Verarbeitung  geschieht  in  der  Weise,
daß  das  kleine  Diapositiv  vermittels  des  Vergrößerungsapparates ­
  auf  die  mit  dem  Negativpapier ­
  bedeckte  Projektionsfläche  vergrößert
wird.  Das  durch  die  Belichtung  entstandene
latente  Bild  wird  entwickelt  und  fixiert,  das
entstehende  Negativ  alsdann  gewässert,  getrocknet ­
  und  auf  der  Rückseite  mit  Transparentöl  bestrichen. ­
  Infolge  der  hierdurch  bewirkten  größeren ­
  Durchsichtigkeit  kann  es  wie  ein  Glasnegativ ­
  behandelt  werden.  —  Veloxpapier,  ein
photographisches  Entwicklungspapier  aus  der
Klasse  ,  der  Chlorbromsilbergelatinepapiere,  besitzt ­
  mäßige  Lichtempfindlichkeit,  gestattet  die

Herstellung  schwarzer,  wie  auch  wärmerer  Töne
und  hat  eine  halbmatte  Oberfläche.  Das  Papier
wird  ausschließlich  für  den  Kontaktdruck  verwendet ­
  und  gibt  Bilder  ähnlich  dem  „Schwerter-Gaslichtpapier".

Photographische  Trockenplatten  dienen  zur
Aufnahme  des  durch  das  photographische  Objektiv ­
  in  der  Kamera  erzeugten  photographischen
(reellen)  Bildes.  Während  vordem  der  Photograph
gezwungen  war,  sich  seine  —  sog.  „nassen“  —
Platten  im  Augenblick  der  Aufnahme  selbst  zu
präparieren,  durch  Überguß  von  gut  gereinigten
Glasplatten  mit  „jodiertem  Kollodium“  und  nachträglichem ­
  Baden  dieser  Platten  in  einer  Silbernitratlösung, ­
  und  die  eben  präparierten.  Platten
noch  im  nassen  Zustande  in  die  Kassette  zu
bringen  und  zu  exponieren,  kann  man  jetzt  beliebig ­
  viel  lichtempfindliches  Material  in  Vorrat
halten.  Erst  durch  die  Einführung  der  Trockenplatten,
  deren  Erfindung  man  im  wesentlichen
dem  englischen  Arzte  Dr,  Maddox  verdankt,
ist  die  heutige  ungeheuer  weite  Verbreitung  der
Photographie  —  namentlich  der  Amateur-Photographie ­
  —•  möglich  geworden.  Die  Trockenplatten
  werden  in  .Spezialfabriken  in  großem
Maßstabe  hergestellt,  indem  sehr  sorgfältig  gereinigte, ­
  besonders  gleichmäßig  und  eben  gestreckte, ­
  von  Blasen  und  Unreinigkeiten  freie
Glasplatten  (sog.  Photoglas)  durch  Maschinen
(natürlich  im  Dunkeln)  sehr  gleichmäßig  mit
der  lichtempfindlichen  Präparation,  der  sog.  Gelatine-Emulsion, ­
  überzogen  und  dann  in  ganz
genau  temperierten,  sehr  gut  ventilierten,  staubfreien ­
  Räumen  getrocknet  werden.  Man  gießt
gewöhnlich  größere  Formate  als  die  in  der  Kamera ­
  verwendeten.  Dies  sind  für  Amateur-,
Landschafts-  und  technische  Photographie  besonders ­
  6x9  cm,  9X12  cm,  13X18cm  und  18
mal  24  cm,  wogegen  der  Fachphotograph,  in
Deutschland  hauptsächlich,9Xi2  cm,  12X1&/2  cm,
18  X  24  cm  und  größere  Formate  verwendet.  Die
großen  Platten  werden  nach  dem  Trocknen  in
die  entsprechenden  Formate  zerschnitten,  sorgfältig ­
  bei  einem  „sicheren“  tiefroten  Lichte  auf
etwaige  Fehler  geprüft,  aussortiert  und  dann  in
Päckchen,  entweder  zu  4  oder  zu  6  Stück,  in
schwarzes  Papier  verpackt  und  zu  Dutzenden  in
Plattenschachteln  gelegt,  die  dann  an  den  Seiten
verklebt,  mit  Etikett  versehen  werden  und  nun
verkaufsbereit  sind.  Die  sog.  Gelatine-Emulsion ­
  —  gewöhnlich  Bromsilber-  oder  Brom-Jodsilber-Gelatine-Emulsion
  —  wird  dargestellt,
indem  man  in  eine  mit  Brom-  oder  Brom-  und
Jodsalzen  (meistens  Kalium-  und  Ammoniumsalzen) ­
  versetzte  Gelatinelösung  bei  bestimmter
Temperatur  eine  auf  bestimmte  Grade  erwärmte
Silbernitratlösung  allmählich  unter  gleichmäßigem ­
  Rühren  eingießt.  Die  so  entstandene  milchige ­
  (daher  der  Name  Emulsion)  dicke  Flüssigkeit ­
  würde  aber  nur  sehr  unempfindliche  Platten
ergeben.  Höhere  Empfindlichkeit  erzielt  man
durch  Erwärmen  oder  Alkalischmachen  dieser
Emulsion  oder  durch  beides,  und  zwar  hat  jede
Fabrik  ihre  ganz  bestimmten,  durch  Erfahrung
gewonnenen  Rezepte  oder  Verfahren.  Für  Porträtaufnahmen, ­
  wie  sie  der  Fachphotograph
im  Atelier  oder  jetzt  auch  in  gewöhnlichen  Wohnräumen
  herstellt,  ist  es  wünschenswert,  daß  die
sog.  Expositionszeit  so  kurz  als  möglich  gehalten
            
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