Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Photographische  Papiere

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Photographische  Papiere

des  Zelloidinpapiers  nicht  ab.  —  Salzpapier,  ein
mit  Chlorsalzlösung  überzogenes  .Rohpapier,  wird
benutzt,  um  durch  nachträgliches  Behandeln  mit
einer  Silberlösung  eine  lichtempfindliche  Chlorsilberschicht ­
  zu  erzeugen.  Auf  solchem  Papier
können  dann  photographische  Abzüge  bis  zur
vollen  Kraft  auskopiert  werden.  Die  weitere  Behandlung ­
  erfolgt  wie  bei  Albuminpapier.  Salzpapier ­
  ist  unbeschränkt  haltbar.  —  Saturatpapier
  wird  ein  photographisches  Kopierpapier
genannt,  dessen  Rohstoff  nicht  einseitig  sensibilisiert ­
  ist,  sondern  durch  die  ganze  Papiermasse
die  lichtempfindliche  .Schicht  trägt.  Die  Präparation ­
  ist  nicht  wie  gewöhnlich  durch  Bestreichen
oder  Schwimmenlassen,  sondern  durch  Baden
des  Papieres  erzielt,  ,und  infolgedessen  kann  das
Bild  auf  einer  beliebigen  Seite  hergestellt  werden. ­
  Die  Verarbeitung  ist  die  gleiche  wie  die
des  Albumatpapiers.  —  Zelloidinpapier,  auch
Chlorsilberkollodionpapier  genannt,  ist  ein
photographisches  Kopierpapier,  bei  dem  das  lichtempfindliche. ­
  Chlorsilber  in  Kollodium  emulsioniert
  und  auf  Barytpapier  aufgetragen  ist,  wobei
Matt-  und  Glanzbaryt  Anwendung  findet.  Die
Emulsion  wird  mit  Hilfe  von  Gießmaschinen  aufgetragen, ­
  und  viele  Meter  Papier  zusammenhängend ­
  präpariert.  Die  kopierten  Bilder  können  im
zusammengesetzten  Tonfixierbade  oder  auch  im
getrennten  Ton-  und  Fixierbade  behandelt  werden. ­
  Für  mattes  Zelloidinpapier  findet  das
Platinbad  zur  Erzielung  schwarzer  Töne  Anwendung. ­
  Das  lichtempfindliche  Papier  hält  sich,
vor  Luft  und  Licht  geschützt,  monatelang  gut,
später  bräunt  es  sich,  tont  langsam  und  ungleichmäßig. ­
  Zu  den  beliebten  Marken  dieser  Art  gehören: ­
  Christensen  Mattpapier,  von  Buch-Mattpapier ­
  weiß  und  elfenbein  und  Platinomattpapier.
•—  Abziehbares  Zelloidinpapier  unterscheidet ­
  sich  vom  gewöhnlichen  Zelloidinpapier  dadurch, ­
  daß  bei  der  Herstellung  kein  Barytpapier
erforderlich  ist,  sondern  mit  Gelatine  vorpräpariertes ­
  Papier  zur  Anwendung  gelangt.  Das  auf
solchem  Papiere  hergestellte  photographische  Bild
“wird  auf  eine  mit  unlöslich  gemachter  Gelatine
überzogene  Glas-  oder  Porzellanfläche  aufgequetscht ­
  und  in  heißes  Wasser  gelegt.  Hierin
löst  sich  die  zwischen  Papier  und  Zelloidinischicht
eingelagerte  Gelatine  auf,  das  Papier  verliert
somit  seinen  Halt,  schwimmt  ab  bzw.  läßt  sich
abziehen,  während  das  Bild  auf  der  neuen  Unterlage ­
  haften  bleibt.  Das  Papier  findet  Anwendung
zur  Herstellung  von  Projektionsdiapositiven  sowie ­
  von  Bildern  guf  Porzellangegenständen  usw.
—  2.  Geringempfindliche  Papiere.  —  Blaudruckpapier ­
  (Zyanotyppapier)  ist  ein  mit  Eisern
salzen  überzogenes  Papier,  das  zur  Herstellung
von  Lichtpausen  benutzt  wird.  Die  Präparation
beruht  auf  der  Eigenschaft  der  Eisenoxydsalze,
sich  am  Lichte  in  Eisenoxydul  zu  verwandeln  und
in  Verbindung  mit  Eerrizyankalium  (rotem  Blutlaugensalz) ­
  eine  blaue  Färbung  anzunehmen.
Wird  Papier  mit  .der  Lösung  eines  Eisenoxydsalzes ­
  überstrichen,  hierauf  .unter  einer  Zeichnung ­
  dem  Licht  ausgesetzt,  so  werden  die  belichteten ­
  Stellen  bei  der  nachträglichen  Behandlung ­
  mit  Ferrizyankaliumlösung  blau  gefärbt,
während  die  nichtbelichteten  weiß  bleiben.  Unter
einer  Zeichnung,  die  schwarz  auf  weißem  Grunde
steht,  muß  sonach  der  weiße  Grund  des  Originals ­

  blau  erscheinen,  während  die  schwarzen
Linien  weiß  werden.  Die  Kopie  erscheint  somit
negativ.  Bei  dem  käuflichen  Blaudruckpapier
ist  gewöhnlich  eine  Mischung  von  Eisenoxyd
und  Ferrizyankaliumlösung  aufgetragen.  Der  anfänglich ­
  hellgelbe  Grund  wird  am  Lichte  dunkler
und  nimmt  schließlich  durch  Eintauchen  in
Wasser  an  den  belichteten  Stellen  eine  dunkelblaue ­
  Färbung  an,  .während  sich  an  den  nichtbelichteten ­
  Stellen  die  aufgetragene  Mischung
löst  und  den  .ursprünglichen  weißen  Papiergrund
zeigt.  Wird  an  .Stelle  des  roten  Blutlaugensalzes
gelbes  genommen,  so  resultieren  positive  Kopien, ­
  doch  ist  .das  Verfahren  nicht  so  einfach  und
zuverlässig  als  der  Negativprozeß.  —  Eisengalluspapier,
  für  den  schwarzen  Lichtpausprozeß
bestimmt,  ist  wenig  haltbar.  Zur  Präparation  verwendet ­
  man  eine  Mischung  von  Gelatine  oder
Gummiarabikum,'  Weinsäure,  Ferrosulfat  und
Ferrochlorid  mit  Wasser,  belichtet,  wobei  die
gelbe  Schicht,  im  Gegensatz  zum  Blaudruck,  ausbleicht, ­
  und  schwärzt  hierauf  durch  Eintauchen
in  Gallussäurelösung.  Auch  werden  Papiere  in
den  Handel  gebracht,  die  bereits  mit  Gallussäure
versetzt  und  zum  Entwickeln  lediglich  in.  Wasser
zu  legen  sind.  Zur  Erzielung  größerer  Reinheit
pflegt  man  das  Rohpapier  bisweilen  vor  der  Präparaten ­
  mit  Gelatinelösung  zu  überziehen,  um
nach  dem  Trocknen  erst  die  lichtempfindliche
Schicht  aufzutragen.  —  Lichtpauspapier  wird
fabrikmäßig,  in  Rollen  mit  lichtempfindlichen
Lösungen  überzogen,  hergestellt  und  kann  längere ­
  Zeit,  vor  Licht  geschützt,  gebrauchsfertig
aufbewahrt  werden.  Man  unterscheidet  negatives
und  positives  Eisenblaupapier,  Sepiapapier,  Negropapier
  usw.  Bei  längerer  Aufbewahrung  zersetzen ­
  sich  die  lichtempfindlichen  Schichten  auch
ohne  Einwirkung  des  Lichtes  und  geben  dann
keine  klaren  kräftigen  Pausen,  weshalb  frischen
Präparationen  stets  der  Vorzug  zu  geben  ist.  Zuweilen ­
  wird  der  Weg  eingeschlagen,  vom  Original ­
  zunächst  eine  .negative  Pause  auf  Sepiapapier
  zu  machen,  um  von  dieser  wieder  die
gewünschte  Anzahl  von  positiven  Pausen  auf
dem  leichter  zu  behandelnden  Blaupapier  herzustellen. ­
  —  Platinpapier  wird  das  für  die
LIerstellung  von  Platinotypien  erforderliche,  mit
einem  Gemisch  von  Eisenoxyd-  oind  Platinsalzeo
überzogene  Papier  genannt.  Man  unterscheidet
drei  verschiedene  Arten  von  Platinpapier:  i.  das
direkt  kopierende,  2.  das  zum  Entwickeln  bestimmte, ­
  3.  das  gleiche  wie  2.,  jedoch  mit  sehr
wenig  Platin,  wobei  dem  später  anzuwendenden
Entwickler  Platin  zuzusetzen  ist.  —  Bei  dem  direkt
kopierenden  Platinpapier  sind  alle'Bestandteile ­
  gleich  aufgetragen.  Um  die  direkte  Schwärzung ­
  beim  Kopieren  zu  erzielen,  muß  ein  bestimmter ­
  Grad  von  Feuchtigkeit  vorhanden  sein,
damit  eine  innige  Verbindung  des  Kalisalzes  mit
dem  sich  bildenden  Eisenoxydul  stattfinden  kann.
Das  Entwicklungspapier  ist  nur  mit  Eisenoxyd
und  Platinchlorür  überzogen,  kopiert  bis  zu  einem
gewissen  Grade  an  .und  wird  durch  Eintauchen
in  eine  Lösung  von  oxalsaurem  Kali  entwickelt.
Die  Kraft  des  Bildes  wird  jedoch  lediglich  von
der  Dauer  der  .Lichtwirkung  bestimmt,  so  daß
dem  Entwicklungsprozeß  nur  die  Aufgabe  zukommt, ­
  die  Schwärzung  nach  Maßgabe  der  stattgefundenen ­
  Belichtung  durchzuführen.  —  Bei
            
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