Metadata: Antike Wirtschaftsgeschichte

Autarkie, internationales Privatrecht. 
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befriedigen könne, war garnicht zudenken. Und wenn Aristoteles 
auch für die staatliche Selbständigkeit und harmonische Geschlossen 
heit eintrat (Aristoteles, Politik, ed. Susem. I, 1, 8), so wußte 
er dabei sehr wohl, daß die wirtschaftliche Abgeschlossenheit des 
wegen doch nicht bestehen müsse, daß es vielmehr notwendig sei, 
was der Staat nicht habe, zu importieren, und was bei ihm im 
Überfluß hervorgebracht werde, zu exportieren (Aristoteles, Politik, 
ed. Susem. IV, 5, 4). Sogar die reaktionäre antidemokratische 
Opposition sah ein, daß die starrste politische Autarkie noch lange 
keine wirtschaftliche bedeute, die den griechischen großen Städten 
denn auch schon durch lange Zeit gar nicht mehr bekannt war. 
Wie stark aber auch der Welthandel entwickelt war, so trug er 
dennoch nicht in dem Maße wie heute dazu bei, die Preise aus 
zugleichen und Weltpreise zu schaffen, was immerhin die lokalen Ge 
walten bedeutsamer machte. 
Selbstverständlich entwickelte sich in dieser Epoche bereits eine 
Art internationales Privatrecht. Daß die Beisassen unter be 
stimmten Modalitäten zu ihrem Rechte in der Stadt kommen konnten, 
wo sie ansässig waren, braucht wohl nicht erst bemerkt zu werden. 
Die Beisassen nahmen denn auch an den meisten Vertragsformen teil, 
wenn auch in manchen Städten für sie Einschränkungen bestanden, 
so z. B. das Verbot, Grundeigentum zu erwerben. Gesetze der Art 
sind aber auch der modernen Entwicklung keineswegs unbekannt 
und wurden gegen das Volk, dessen Stellung jener der Beisassen 
überaus verwandt war, gegen die Juden zur Anwendung gebracht. 
Die einzelnen Staaten schlossen überdies häufig untereinander Ver 
träge ab, die Bestimmungen über die Behandlung der Untertanen 
im fremden Staatsgebiet enthielten. Es gab eigene Leute, welche 
sich um die Fremden zu kümmern hatten, eine Art Konsuln. Kurz 
um, wir sehen überall die Wirkungen des Welthandels, der die 
Menschen in einer großen Gesellschaft vereinigte und die Entwick 
lung des Menschheitsbegriffes förderte, wie ihn dann der Helle 
nismus kannte. 
Dem Athenischen Seebund hatte auch Rho dus angehört. Bald 
hielt es treu zu Athen, worauf die Tribute etwas herabgesetzt 
wurden, bald revoltierte es mit anderen gegen Athen, worauf 
die Tribute wieder entsprechend erhöht wurden. Die wirtschaftliche 
Stellung von Rhodus war im 5. Jahrhundert insofern nicht sehr 
günstig, als der Zwischenhandel mit Syrien und Ägypten infolge 
der politischen Verhältnisse darniederlag. Der Untergang der athe-
	        
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