Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Sklaverei,  Welthandel.

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arbeitet  (Xenophon,  Von  den  Staatseinkünften  der  Athener  V,  3).
Athen  erschien  als  der  Mittelpunkt  des  Erdkreises,  wo  alle  vorbei
mußten,  weshalb  Güter  aus  allen  Himmelsgegenden  nach  Athen
kamen,  vonAthen  nach  allen  Richtungen  Güter  transportiert  wurden.
(Xenophon,  Von  den  Staatseinkünften  der  Athenerl,  7).  Und  es  ist
charakteristisch,  daß  es  Leute  gab,  die  eine  rentable  Ausgabe
darin  erblickten,  zur  Zeit  einer  wirtschaftlichen  Stockung  Basare,
Lagerhäuser,  Hotels  im  Hafen  für  die  ankommenden  Kaufleute
auf  Staatskosten  zu  erbauen,  ebenso  staatliche  Frachtschiffe  zu
bauen  und  zu  vermieten  (Xenophon,  Von  den  Staatseinkünften
der  Athener  III,  12  ff.).  Derartige  Vorschläge  konnten  nur  in
einer  Periode  gemacht  werden,  in  der  selbst  die  kleinsten  Staaten
bereits  einen  regen  Handelsverkehr  besaßen  und  jeder  Staat  etwas
zu  importieren  oder  exportieren  hatte  (Pseudo-Xenophon,  Verfassung
der  Athener  2).  Während  so  die  einen  nur  die  Sucht,  Kriege  zu
führen,  für  die  Mißerfolge  der  Athener  verantwortlich  machten,  gab
es  andere,  die  in  der  Seeherrschaft  sowie  in  dem  allzu  ausgebreiteten
Handel  eine  Gefahr  für  das  Staatswohl  erblickten.  Plato  hat  diesem
Gedanken  ebenso  wie  Aristoteles  oft  Ausdruck  gegeben,  nicht  Salamis
und  Artemisium  hätten  die  Griechen  gerettet,  sondern  Marathon
und  Platää  (Plato,  Gesetze  IV,  707).
Die  Landmacht  Sparta  erschien  mit  ihrer  ehedem  konsolidierten
Verfassung  —  vermehrt  um  einige  Zutaten  der  neuen  Zeit  —
als  das  Ideal  des  Staates.  Die  Moral  des  einzelnen  litt,  wie
Plato  und  Aristoteles  nicht  müde  werden  hervorzuheben,  unter
den  fremden  Einflüssen,  und  die  üblen  Sitten  der  Handelsstadt
hatten  in  einem  kleinen  Reich  wie  Attika  natürlich  ganz  andere
Folgen  als  in  einem  modernen  Großstaat,  in  dem  die  wenigen
Seestädte  eben  doch  nicht  tonangebend  sind  und  die  konservativen
Mächte  mehr  als  genug  Einfluß  haben.  Der  Ausgang  freilich
hat  diesen  Männern  in  gewissem  Sinne  recht  gegeben;  das  Athen,
wie  sie  es  kannten,  war  für  die  Seemacht  nicht  reif  Daß  es  aber
eine  Reife  geben  könne,  die  dazu  berechtigte;  daß  der  Staat  bereits
im  Werden  sei  (Arrian,  Anabasis  VII,  9  f.),  welcher  diese  neue
Form  der  Herrschaft  in  der  griechischen  Welt  begründen  sollte,  daß
diese  neue  Machtform  eine  Zukunft  habe  —  wir  leben  heute  in
einer  Zeit,  die  wesentlich  auf  diese  Art  von  Staaten  aufgebaut  ist,
—  das  ahnten  sie  nicht,  und  so  sind  diese  scharfsinnigen  Forscher
nicht  dazu  gekommen,  ihre  besten  Kräfte  einer  neuen  Staats-  und
Wirtschaftsgestaltung  zuzuwenden  und  ihr  auf  den  neuen  Wegen
            
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