Über die „Grundbegriffe“ VIII.
147
«Wert“ usf. in das wissenschaftliche Denken übernommen wird. Und
wieder nur so, daß von diesen Worten ihrer Rolle wegen Notiz ge
nommen würde, konnte die Nationalökonomie sich selber finden.
Kurz, entwicklungsnotwendig war die Anlehnung an diese
Worte jedenfalls. Auf der anderen Seite ist es Tatsache, daß der Zwang
zu 'hrer vergleichsweisen Vielverwendung heute noch im nationalökono
mischen Sprachgebrauch besteht. Diesen Zustand empfinden wir nun
lm Geiste unserer herkömmlichen Anschauungen so, als ob er einer
Denknotwendigkeit entspräche. Die Kritik aber ist in ihrem
guten und mühselig erworbenen Rechte, wenn sie fernerhin mit der
Möglichkeit rechnet, daß hier nur eine bloße Gewohnheit unseres
■Denkens vorliege; eine Gewohnheit, die in der Nationalökonomie seit
her vielleicht zu einer rückständigen geworden ist, gemessen an der Reife
dieser Wissenschaft, so daß sie in diesem Sinne immer mehr zu einer
Sc hlechten Gewohnheit des fachlichen Denkens ausartetI
Es kann eben auch in diesen Dingen Vernunft mit der Zeit zu
usinn werden; mag dieser Umschlag auch so langsam und allmählich
Vor sich gehen, daß wir die Plage kaum empfinden, in die sich die
msprüngliche Wohltat verkehrt. In dieser Hinsicht vor allem drängt
! e ^ r itik nun zur Einkehr: der allzugewohnte Zustand soll
^ mal in „sehender Unbefangenheit“ beschaut werden!
s lst ^ er Sinn der nächsten unter den Aufgaben, die aus diesen Unter
teilungen neu erstehen, und die unter der Auffassung, zu der sich
di e Kritik
inzwischen durchgerungen hat, wohl auch der praktischen
«_i »» OG11CU UUlUlgt.lUU{
Bedeutung nicht ganz entbehren.
Anmerkung. Daran muß man festhalten: Die Nationalökonomie kann
in ihrem Sonderdasein als Wissenschaft auf festerem Boden stehen, as es 1
Gebundenheit an einen Kreis bestimmter Worte ist. Die Abkehr von 1 s
Worten - in jenem g rU ndwesentlichen Sinne, der unendlich mehr in si
schlösse, als eine „terminologische“ Änderung, einen bloßen Auswec se v n
Worten — wär e also durchaus nicht das Ende der nationalokonomis
Wissenschaft; aber wer umgekehrt davon den Anfang der wissenschafthc en
Nationalökonomie erwarten wollte, angesichts des Umstandes vielleicht daß dann
erst das nationalökonomische Denken Herr im eigenen Hause wurde der
beginge doch wieder nur die grobe Willkür, die oben schon gerügt wurde.
Allein die Anerkenntnis jener grundsätzlichen Möglichkeit fruchtet unserem
Denken blutwenig. Nach wie vor muß uns die Vorstellung befremden, daß
jene vielberühmten Worte ihrer bevorzugten Stellung verlustig gehen sollten
— als Fachausdrücke zum alten Eisen, als Worte zurück in das Dunkel der
Sprache! Und doch kann unser Denken an gewissen Vorkommnissen einigen
Anhalt finden, so daß ihm das Absonderliche jener Wandlung mundgerechtei
IO*