Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Argwohn  der  Städte  in  dieser  Hinsicht  auf  Preußen,  Dänemark
und  Hannover  abzulenken,  die  ja  in  der  Tat  die  hanseatische
Selbständigkeit  viel  unmittelbarer  bedrohen  zu  können  schienen.
Umringt  von  solchen  Gefahren,  setzten  die  Hansestädte  ihre  ganze
Hoffnung  auf  die  Eifersucht  der  sie  umgebenden  Mächte  und  auf
den  Schutz  Frankreichs;  gern  kehrten  sie  im  diplomatischen  Verkehr
mit  diesem  die  republikanische  Verfassung  der  eigenen  Gemeinwesen ­
  heraus.  Das  nächste  und  fast  stets  von  Erfolg  gekrönte
Streben  der  französischen  Politik  ging  aber  dahin,  sich  einstweilen
den  wohlwollenden  Schutz  dieser  „schwachen  Kinder,  die  der  hilfreichen ­
  Hand  bedurften"  (Reinhard  1797)  tüchtig  bezahlen  zu
lassen.  Ein  kurzer  Überblick  über  die  wichtigsten  Ereignisse  an
der  nordwestdeutschen  Küste  seit  1795  wird  uns  lehren,  welche
Ergebnisse  das  Widerspiel  der  hansischen  Neutralitätspolitik  und
der  Schachzüge  der  französischen  Diplomatie  zeitigte,  die  letzten
Endes  doch  auf  die  Sperrung  der  Strommündungen  abzielten.
Die  Besetzung  Bremens  und  Cuxhavens  durch  hannoversche
und  englische  Truppen  1795  gab  den  Hansestädten  zum  ersten
Male  einen  Vorgeschmack,  was  sie  im  Kamps  der  Großmächte  zu"
vergewärtigen  hatten.  Bremen  benutzte  nun  die  Friedensverhandlungen
  zu  Basel,  um  sich  des  französischen  Schutzes  gegenüberenglischen
  Gewalttätigkeiten  zu  versichern,  aber  die  beiden  anderen
Städte  wollten  damals  noch  von  einer  direkten  Anlehnung  an
Frankreich  nichts  wissen.  Diesem  Zwiespalt  hatte  es  Bremen  zu
danken,  daß  es  von  den  Streitigkeiten  um  die  Anerkennung  des
Gesandten  Reinhard  nicht  unmittelbar  betroffen  wurde,  die  damit
endeten,  daß  Hamburg  die  Summe  von  5  Bkillionen  Livres  opferte
und  damit  das  von  Frankreich  zur  Vergeltung  auf  seine  Schiffe
gelegte  Embargo  ablöste.  Wie  ermähnt,  waren  seit  1795  Gerüchte
über  eine  drohende  Besetzung  und  Sperrung  der  Strommündungen
durch  Frankreich  verbreitet.  Zum  Schutze  der  norddeutschen  Neutralität ­
  zog  Preußen  mit  einigen  anderen  Reichsständen  eine  militärische ­
  Demarkationslinie.  Auch  die  Hansestädte  mußten  dieser
im  Anschluß  an  die  niedersächsische  Kreisverfassung  gebildeten
„Neutralitäts-Associaton"  beitreten,  der  sie  es  in  der  Tat  zu  verdanken ­
  hatten,  daß  die  französischen  Jnvasionsplüne  unausgeführt
blieben.  Die  militärischen  Maßnahmen  Preußens  riesen  aber  aufs
neue  in  den  Hansestädten  Befürchtungen  vor  einer  Aimektion  durch
            
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